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Fuß und Sprunggelenk – Anatomie und Erkrankungen sowie Funktion

23.03.2026
Dr. med. Wolfram Wenz
Medizinischer Fachautor

Das Sprunggelenk ist ein zentrales Gelenk zwischen Unterschenkel und Fuß und spielt eine wichtige Rolle für Bewegung und Stabilität. Der Fuß trägt täglich die gesamte Körperlast und ist daher besonders belastet. Das obere Sprunggelenk und das untere Sprunggelenk arbeiten zusammen, um Bewegungen wie Gehen oder Laufen zu ermöglichen. In der Anatomie werden Knochen wie das Sprungbein (Talus), das Fersenbein und das Kahnbein unterschieden. Bänder und Muskeln stabilisieren das Sprunggelenk und schützen es vor Verletzungen. Häufig kommt es durch Belastung zu einer Erkrankung oder zu Bandverletzungen. Besonders im Sport sind Verletzungen des Sprunggelenks häufig. Das Zusammenspiel von Fuß und Sprunggelenk ist entscheidend für die gesamte Körperhaltung.

Das Sprunggelenk verbindet den Unterschenkel mit dem Fuß und ermöglicht Beweglichkeit im Gelenk. Das obere Sprunggelenk (OSG) ist vor allem für das Heben und Senken verantwortlich, während das untere Sprunggelenk (USG) Drehbewegungen ermöglicht. Knochen wie Talus, Tibia und Fibula bilden zusammen mit Bändern die stabile Struktur. Erkrankungen wie Arthrose oder Bandverletzungen treten im Bereich von Fuß und Sprunggelenk häufig auf.

Artikelübersicht

Der Fuß: Aufbau und Funktion

Der Fuß (Pes), der untere Abschnitt des Beines, hat beim aufrechten Stehen und beim Gang die ganze Körperlast zu tragen. Die Oberseite des Fußes wird Fußrücken (Dorsum pedis), die Unterseite Fußsohle (Planta pedis) genannt. Die Fußbewegungen werden von Muskeln ermöglicht, den kurzen Fußmuskeln und den langen Unterschenkelmuskeln. Auch für die Verspannung des Fußgewölbes sind die Muskeln und Bänder zuständig. Das Fußgewölbe (Längs- und Quergewölbe) ist dazu geeignet, Körpergewicht abzufedern.

Die drei Abschnitte des Fußes

Es lassen sich drei Teilabschnitte des Fußes unterscheiden:

Die Fußwurzel (Tarsus) mit 7 Fußwurzelknochen (Ossa tarsi):

Die Fußwurzel befindet sich zwischen Unterschenkel und Mittelfuß. Ihre sieben Knochen sind: Sprungbein (Talus), Fersenbein (Calcaneus), Kahnbein (Os naviculare), Würfelbein (Os cuboideum) und 3 Keilbeine (Ossa cuneiformia). Das Fersenbein ist der größte Fußwurzelknochen und Ansatzort für die Achillessehne, die dickste und stärkste Sehne im menschlichen Körper.

Der Mittelfuß (Metatarsus) mit 5 Mittelfußknochen (Ossa matatarsalia):

Die Mittelfußknochen sind Röhrenknochen und am vorderen Ende über Gelenke mit den Zehen verbunden. Bei ihnen kann zwischen Basis, Schaft und Kopf unterschieden werden.

Die fünf Zehen (Digiti pedis) mit den Zehenknochen (Ossa digitorum pedis):

Die Großzehe (Hallux) besteht aus zwei Gliedern, die übrigen Zehen aus drei. Zwar ist beim Erwachsenen größtenteils keine Greiffunktion der Zehen mehr vorhanden, sie kann durch Training aber wieder erworben werden. Die beiden Fußknöchel (Malleolus) werden von Knochenzapfen des Schien- bzw. Wadenbeins gebildet.

Das Sprunggelenk

Der Fußwurzelknochen mit dem Namen Sprungbein bildet mit dem Schien- und Wadenbein des Unterschenkels das obere Sprunggelenk (OSG, Articulatio talocruralis). Das untere Sprunggelenk (USG) entsteht aus Sprungbein, Fersenbein und Kahnbein. An den Bändern um die Kapsel des oberen Sprunggelenkes kommt es häufig zu Schmerzen durch Zerrungen oder Risse.

Anatomie des Sprunggelenks

Erkrankungen und Verletzungen an Fuß und Sprunggelenk

Neben Bänderdehnungen und Bänderrissen, die schwer voneinander zu unterscheiden sind, kann es am Sprunggelenk auch zu einem Bruch (Sprunggelenksfraktur, Sprunggelenksverrenkungsbruch) kommen. Die Sprunggelenksfraktur ist der häufigste Bruch der unteren Extremität.

Fehlstellungen oder Deformitäten können den ganzen Fuß oder nur einzelne Teile betreffen. Angeborene oder erworbene Fußdeformitäten sind Hackenfuß (Pes calcaneus), Hohlfuß (Pes cavus), Klumpfuß (Pes equinovarus adductus et excavatus), Knickfuß (Pes valgus), Plattfuß (Pes planus), Sichelfuß (Pes adductus), Spitzfuß (Pes equinus, Pferdefuß) und Spreizfuß (Pes transversoplanus).

Des Weiteren sind im Bereich von Fuß und Sprunggelenk beispielsweise der Fersensporn (zusätzliches Knochenwachstum am Fersenbein, das starke Schmerzen bedeuten kann), der Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) und die Arthrose möglich.

FAQ

Was ist das Sprunggelenk und welche Funktion hat es?

Das Sprunggelenk ist ein Gelenk zwischen Unterschenkel und Fuß, das Bewegungen wie Beugen und Strecken ermöglicht. Es besteht aus oberem Sprunggelenk und unterem Sprunggelenk und wird durch Bänder stabilisiert.

Welche Knochen gehören zum Fuß und Sprunggelenk?

Zum Sprunggelenk gehören Talus, Tibia und Fibula sowie das Fersenbein und weitere Fußknochen wie das Os naviculare. Diese bilden gemeinsam die Gelenkflächen und sorgen für Stabilität.

Was ist der Unterschied zwischen oberem und unterem Sprunggelenk?

Das obere Sprunggelenk ermöglicht vor allem die Bewegung nach oben und unten, während das untere Sprunggelenk für Drehbewegungen wie Supination und Pronation zuständig ist. Beide Gelenke arbeiten funktionell zusammen.

Welche Erkrankungen treten im Sprunggelenk häufig auf?

Häufige Erkrankungen sind Arthrose, Bandverletzungen oder Fußfehlstellungen wie Hallux valgus. Auch Sportverletzungen im Bereich des Außenknöchels kommen oft vor.

Wie wird eine Verletzung des Sprunggelenks behandelt?

Verletzungen des Sprunggelenks werden je nach Schwere konservativ oder operativ behandelt. Dabei spielen Physiotherapie, Stabilisierung durch Bänder und der Bandapparat eine wichtige Rolle.