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Anatomie der Hand und Handgelenk – Aufbau, Funktion der Hand und Beweglichkeit

23.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Hand ist ein hochkomplexer Teil des menschlichen Körpers und ermöglicht präzise Bewegungen im Alltag. In der Anatomie der Hand zeigt sich, dass die Hand aus zahlreichen Knochen, Sehnen und Muskelstrukturen besteht. Die Hand besteht aus Handwurzelknochen, Mittelhandknochen und Fingerknochen, die miteinander verbunden sind. Das Handgelenk verbindet die Hand mit dem Unterarm und sorgt für Beweglichkeit.

Besonders der Daumen spielt eine entscheidende Rolle für die Greiffunktion der Finger. Sehnen und die Muskulatur steuern die Bewegung der Finger und ermöglichen Beugung und Streckung. Nerven wie der Nervus medianus oder Nervus radialis versorgen die Hand und sind wichtig für Sensibilität und Motorik.

Erkrankungen wie Arthrose oder das Karpaltunnelsyndrom können die Funktion der Hand beeinträchtigen.

Die Anatomie der Hand umfasst Handwurzel, Mittelhand und Finger mit insgesamt 27 Knochen. Finger und Daumen ermöglichen präzise Bewegungen und eine ausgeprägte Greiffunktion. Gelenk, Sehnen und Muskel sorgen für Stabilität und Beweglichkeit der Hand. Nerven wie der Nervus medianus verlaufen durch den Karpaltunnel und sind wichtig für die Funktion.

Artikelübersicht

Die Hand

Hand und Unterarm bilden zusammen eine funktionelle Einheit und sind über das Handgelenk verbunden. Die Handbewegungen werden zum Großteil von Muskeln ausgelöst, die vom Unterarm kommen. Nur die schlanken Sehnen der Muskeln befinden sich direkt in der Hand. Teilweise sind die Sehnen von Sehnenscheiden umgeben, die schützen und Reibung reduzieren.

Die drei großen Handnerven sind der Speichennerv (Nervus radialis), Mittelnerv (Mittelarmnerv, Nervus medianis) und Ellennerv (Nervus ulnaris).

Die Hand setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Fingerglieder, Mittelhand und Handwurzel.

Die drei Bereiche der Hand

Es lassen sich drei Hand-Bereiche unterscheiden:

Die Handwurzel (Carpus) mit 8 Handwurzelknochen (Ossa carpi, Karpalia):

Die Handwurzelknochen sind untereinander durch Bändern verbunden und in zwei Reihen angeordnet:

  • Handwurzelknochen in der proximalen Reihe: Kahnbein (Os scaphoideum), Mondbein (Os lunatum), Dreieckbein (Os triquetrum), Erbsenbein (Os pisiforme)
  • Handwurzelknochen in der distalen Reihe: Trapezbein (Os trapezium), Trapezoidbein (Os trapezoideum), Kopfbein (Os capitatum), Hakenbein (Os hamatum).

Die Mittelhand (Metacarpus) mit 5 Mittelhandknochen (Ossa metacarpi):

Die Mittelhandknochen sind über Gelenke an die distale Reihe der Handwurzelknochen angeschlossen. Bei diesen Röhrenknochen lässt sich jeweils Basis, Schaft und Kopf abgrenzen.

Die 5 Finger (Digiti manus) mit 14 Fingerknochen:

Die fünf Finger nennen sich Daumen (Pollex), Zeigefinger (Index), Mittelfinger (Digitus medius), Ringfinger (Digitus anularis) und Kleinfinger (Digitus minimus). Die Finger (mit Ausnahme dem zweigliedrigen Daumen) bestehen aus Fingergrundglied (Phalanx proximalis), Fingermittelglied (Phalanx media) und Fingerendglied (Phalanx distalis).

Die Fingerknochen sind wie die Mittelhandknochen Röhrenknochen mit Basis, Schaft und Kopf. Der Daumen ist durch das Daumensattelgelenk mit dem Handwurzelknochen verbunden und kann dadurch eine Oppositionsstellung (Opponierbarkeit) zu den anderen Fingern einnehmen, wodurch der Pinzettengriff möglich ist. In den restlichen vier Fingern liegen 3 Fingergelenke vor, die Seitenbänder haben.

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Das Handgelenk

Das Handgelenk beinhaltet Teilgelenke, die gemeinsam als funktionelle Einheit wirken. Das menschliche Handgelenk besteht aus dem proximalen Handgelenk zwischen Speiche und der proximalen Reihe der Handwurzelknochen sowie dem distalen Handgelenk zwischen proximaler und distaler Reihe der Handwurzelknochen.

Erkrankungen und Verletzungen an der Hand

Häufige Erkrankungen im Bereich der Hand sind die Dupuytrensche Erkankung (Morbus Dupuytren, Dupuytren-Kontraktur – Erkrankung des Bindegewebes der Hohlhand, bei der Knoten und Stränge an der Innenfläche der Hand auftreten) und das Karpaltunnelsyndrom (Carpaltunnelsyndrom). Das Karpaltunnelsyndrom gehört zu den Nervenkompressionssyndromen (Engpass-Syndrome); in diesem Fall ist der Mittelhandnerv im beugeseitigen Handgelenkskanal (Karpaltunnel) eingeklemmt.

Eine weitere Erkrankung, die an der Hand auftreten kann, ist das Raynaud-Syndrom, bei dem die Finger oder Zehen plötzlich kalt oder taub werden. Die Finger sind öfter betroffen. Durch Störungen in den kleinen Blutgefäßen ist bei dieser Erkrankung die Blutzufuhr zu den Gliedmaßen verringert.

Häufige Brüche im Hand-Bereich sind der Kahnbeinbruch (Scaphoidfraktur), der oftmals durch Abfangen eines Sturzes mit ausgestreckter Hand entsteht, in der Folge aber vom Patienten nicht selten als Verstauchung fehlgedeutet wird, sowie der handnahe Bruch der Speiche (Radiusfraktur).

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Auch Nervenverletzungen an Hand und Unterarm sind nicht selten. Meistens entstehen sie durch Schnittwunden. Im Bereich der Hand kommen auch immer wieder Sehnenerkrankungen vor (Schnappfinger oder Tendovaginitis de Quervain, eine Sonderform der Sehnenscheidenentzündung).

Die Hand kann sowohl von Arthrose (v.a. Daumensattelgelenkarthrose bzw. Rhizarthrose) als auch Rheuma befallen sein.

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Fazit

Die Anatomie der Hand zeigt, wie die menschliche Hand als hochentwickeltes System aufgebaut ist. Die Hand besteht aus 27 Knochen, darunter acht Handwurzelknochen, die knöchern in zwei Reihen angeordnet sind, einschließlich Strukturen wie dem Dreieckbein. Die Knochen der Hand bilden zusammen mit 14 Fingerknochen und den Fingergliedern den beweglichen Teil der menschlichen Hand. Anatomisch lässt sich die Hand in drei Abschnitte gliedern, wobei sich die Mittelhand an die Handwurzel anschließt und die Finger einer Hand die Funktion ergänzen.

Die Muskulatur der Hand arbeitet eng mit Muskeln und Gelenke sowie Sehnen der Handstrecker zusammen, um Bewegungen zu ermöglichen. Die robuste Sehnenplatte und Gruppen von kräftigeren Muskeln sorgen für einen kraftvollen Griff, während die Beweglichkeit der Hand fein abgestimmt ist. Die Greiffunktion ist neben der Beugung der Finger entscheidend für alltägliche Handlungen. Die Hand ist sehr komplex, da etwa 17.000 Fühlkörperchen präzise Sinneseindrücke ermöglichen.

Gefäß- und Nervenstrukturen wie Arteria radialis, Arteria ulnaris und Nervus ulnaris versorgen die Hand und sind für die Funktion essenziell. Die Hohlhand und der Kleinfingerballen tragen zusätzlich zur Stabilität und Feinmotorik bei. Über den Unterarm zur Hand werden Bewegungen durch Muskeln im Unterarm ausgelöst. Insgesamt zeigt sich, dass Hand und Handgelenk ein funktionell abgestimmtes System bilden, das für Präzision und Kontrolle unverzichtbar ist.

FAQ

Wie ist die Anatomie der Hand aufgebaut?

Die Anatomie der Hand umfasst Handwurzelknochen, Mittelhandknochen und Fingerknochen. Insgesamt besteht die Hand aus 27 Knochen, die über Gelenke miteinander verbunden sind.

Welche Funktion hat die Hand?

Die Funktion der Hand liegt in der präzisen Bewegung und Greiffunktion. Finger und Daumen ermöglichen sowohl feine als auch kraftvolle Bewegungen.

Welche Rolle spielen Sehnen in der Hand?

Sehnen verbinden Muskel mit Knochen und übertragen die Kraft auf die Finger. Beugesehnen und Strecksehnen ermöglichen die Bewegung der Finger.

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Erkrankung, bei der der Nervus medianus im Karpaltunnel eingeengt wird. Dadurch entstehen Schmerzen und Taubheitsgefühle in der Hand.

Welche Erkrankungen können die Hand betreffen?

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Arthrose, Sehnenentzündungen und das Karpaltunnelsyndrom. Diese können die Beweglichkeit der Hand einschränken.