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Wie funktioniert das Herz – Anatomie, Gefäße und Blutkreislauf

25.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Das Herz ist ein lebenswichtiges Organ, das den gesamten Blutkreislauf aufrechterhält. Es pumpt Blut durch den Körper und versorgt alle Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Anatomie des Herzens umfasst Vorhof, Kammer und verschiedene Herzklappen, die den Blutfluss steuern.

Das Herz liegt im Brustkorb hinter dem Brustbein und arbeitet kontinuierlich. Pro Minute wird eine große Menge Blut durch den Kreislauf gepumpt. Dabei unterscheidet man den Körperkreislauf und den Lungenkreislauf. Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz können die Funktion erheblich beeinträchtigen.

Das Herz besteht aus Vorhof und Kammer, die gemeinsam das Blut durch den Körper pumpen. Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fließt. Sauerstoffarmes Blut wird zur Lunge transportiert und dort mit Sauerstoff angereichert. Anschließend gelangt sauerstoffreiches Blut wieder in den Körperkreislauf.

Artikelübersicht

Was ist das Herz?

Das Herz befindet sich hinter dem Sternum, dem Brustbein, und ist leicht zur linken Seite geneigt. Es ist ein kraftvoller Hohlmuskel, der im Normalzustand etwa 300 Gramm wiegt. Mittels regelmäßiger Pumpstöße reguliert es die Blutversorgung im Körper. Das durch den ganzen Körper beförderte Blut transportiert dabei lebensnotwendige Stoffe wie Sauerstoff und Nährstoffe. Nicht umsonst gilt das Herz wegen seiner Unverzichtbarkeit für den Erhalt des menschlichen Kreislaufs vielen als der Motor des Lebens.

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Bei einem durchschnittlichen Organismus schlägt das Herz im Ruhezustand etwa 60 - 90 mal pro Minute. Das ergibt über 100.000 Schläge pro Tag. Dabei fließen ca. 8000 Liter Blut durch den Körper. Diese Zahlen gelten selbstverständlich nur für den ruhenden Organismus. Bei großer Anspannung oder erhöhter sportlicher Betätigung steigt der Bluttransfer auf ein bis zu fünffaches Niveau an.

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Das Herz - Aufbau und Funktion

Der Hohlmuskel des Herzens verfügt über vier Innenräume. Die zwei vorderen Innenräume heißen Vorhof (auch Atrium) und bestehen aus dem linken und dem rechten Vorhof. Die größere Kammer nennt sich Herzkammer (auch Ventrikel) und ist wiederum aus zwei gleich großen Teilabschnitten zusammengesetzt. Eine Scheidewand (Septum) trennt die beiden Herzkammern.

Anatomie des Herzen

Im Rahmen des Blutkreislaufs sammelt der Vorhof das venöse Blut, bevor die Herzkammer das gesammelte Blut aufnimmt und wieder in den Kreislauf einspeist. Das Blut fließt nun über die Arterien in die verschiedenen Körperregionen. Sauerstoffarmes Blut strömt in die Lunge, sauerstoffreiches in den restlichen Körper.

An den Öffnungen des Herzmuskels und zwischen dem Vorhof und den Herzkammern liegen Herzklappen, die die Ausrichtung des Blutflusses bestimmen. Sie bewirken, dass immer gleich viel Blut durch das Herz strömt. Ärzte hören bei der Verwendung eines Stethoskops den Mechanismus der Herzklappen und den dadurch regulierten Blutdurchfluss. Auch das Herz selbst ist auf eine ausreichende Blutversorgung angewiesen. Um diese zu gewährleisten, besitzt es ein eigenes System von Blutgefäßen, die Koronargefäße (Herzkranzgefäße).

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Physiologische Bedeutung des Herzens

Die zwei wichtigsten physiologischen Bedürfnisse des Menschen sind Atmen und der Verzehr von Nahrung. Beide Prozesse zeichnen dafür verantwortlich, dass der Organismus Energie bereitstellen und seine Vitalfunktionen erhalten kann. Die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe gelangen über das Blut in die verschiedenen Körperregionen. Und auch der über die Luft aufgenommene Sauerstoff muss via Lunge in die Blutlaufbahn übergehen, um letztendlich verarbeitet zu werden. Folglich ist das Herz bei beiden Prozessen, beim Atmen und bei der Verwertung von Nährstoffen, von zentraler Bedeutung.

Die Muskelzellen des Herzvorhofes schütten überdies ANP aus, atriales natriuretisches Peptid. Atriales natriuretisches Peptid ist aufgrund seiner vasodilatatorischen Tätigkeit (Erweiterung der Blutgefäße) hauptsächlich an der Regulation bzw. an der Senkung des Blutdrucks beteiligt, wirkt sich jedoch auch auf die Nieren aus.

Erkrankungen am Herzen

Das Herz kann wie alle Organe von spezifischen Krankheiten angegriffen werden, die seine Leistung beeinträchtigen und die Gesundheit des Körpers gefährden. Herzerkrankungen resultieren beizeiten aus angeborenen Defekten, sind jedoch in vielen Fällen auch eine direkte oder indirekte Folge des Lebenswandels. Faktoren wie Ernährung, Bewegung, physischer und psychischer Stress sowie der Konsum von Rauschmitteln wie Alkohol oder Nikotin wirken sich auf den Zustand des Herzens aus und können diffuse Krankheitsbilder hervorrufen.

Das Spektrum verschiedener Herzkrankheiten ist sehr breitgefächert. Deswegen erläutern die folgenden Abschnitte nur die wichtigsten beziehungsweise häufigsten Herzerkrankungen.

Störungen und Fehlfunktionen

Eine bekannte Störung der Herzaktivität ist die Herzrhythmusstörung. Hierbei folgt der Herzschlag einer ungewöhnlichen Frequenz, die in drei Sorten eingeteilt wird. Erhöhte Frequenzen heißen Herzrasen, niedrige verlangsamter Herzschlag. Außerdem können Extraschläge (Extrasystolien) vorkommen. Herzrhythmusstörungen gehen oftmals auf Unregelmäßigkeiten in der Erregungsleitung zurück, können jedoch auch auf einer Stoffwechselerkrankung (z.B. Schilddrüsenüberfunktion) fußen. Rhythmusstörungen sind überdies oftmals Begleitsymptome einer anderen Herzerkrankung (z.B. einer Herzmuskelentzündung).

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Einige Menschen leiden an angeborenen Herzfehlern. Diese sind zumeist in der Anatomie des Herzens begründet. Die fehlerhafte Ausbildung des Organs während der pränatalen Entwicklung äußert sich in Verwachsungen, Verformungen und Fehlproportionen. Mit der Verzerrung des normalen Herzbildes geht zumeist eine verringerte Leistung der Herzfunktion einher.

Angeborene Herzfehler im Überblick:

  • Stenosen (Verengungen) des Aortenbogens oder der Lungenklappen
  • Vorhofseptumdefekt (Öffnung in der Scheidewand zwischen den Vorhöfen)
  • Kammerseptumdefekt (Öffnung in der Scheidewand zwischen den Kammern)

Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzinfarkt

Heutzutage gehört hoher Blutdruck zum Kreis der Volkskrankheiten. Bis zu 50 Prozent der europäischen Bevölkerung sollen davon betroffen sein. Hoher Blutdruck zeichnet sich dadurch aus, dass der Widerstand in den Gefäßen höher ist als in einem normalen Blutkreislauf. Das Herz muss kräftigere Pumpstöße einleiten, um eine ausreichende Blutversorgung zu sichern. Bei dauerhafter Hypertonie (Bluthochdruck) wächst der Herzmuskel allmählich an. Die Vergrößerung jedoch bewirkt, dass die Muskelzellen des Herzens nicht mehr in gesundem Maße mit Sauerstoff versorgt werden kann. Das Herz büßt an Leistungsfähigkeit ein und kann dem Druck immer schlechter standhalten.

Hoher Blutdruck ist demnach neben der koronaren Herzkrankheit einer der häufigsten Gründe für die Bildung der Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Jährlich erkranken 0,32 Prozent der Bevölkerung an Herzschwäche. Ärzte sprechen von einer Herzinsuffizienz, wenn das Herz nicht in der Lage ist, eine ausreichende Blutmenge ohne Druckzunahme in den Herzvorhöfen durch den Körper zu pumpen. In schwerwiegenden Fällen kommt ein Herzschrittmacher zum Einsatz. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Herztransplantation.

Unter dem Begriff koronare Herzkrankheit verstehen Mediziner mehrere Krankheitsbilder, die langfristig zu ähnlichen Folgen führen können. Hierzu zählen:

Der Herzinfarkt ist die bekannteste Herzerkrankung. Bei einem Infarkt handelt es sich um einen akuten Notfall, der unbehandelt in den meisten Fällen zum Tod führt. Durch den Verschluss einer Koronararterienverästelung kann das Herz nicht mehr gänzlich durchblutet werden, sodass Muskelzellen absterben. Dies wiederum schränkt die Leistungsfähigkeit des Herzens weiter ein und sorgt für eine Abwärtsspirale der Herzfunktion.

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Weitere Herzerkrankungen:

  • Herzerkrankungen der Klappen (Klappeninsuffizienz und Klappenstenose)
  • Perikarditis (Herzbeutelerkrankung als Folge einer Infektion)
  • Funktionelle Herzneurosen (oftmals kein typischer Krankheitsfall des Herzens; vielfach psychischen Ursprungs)

Symptome von Herzerkrankungen

Eines der ersten Anzeichen einer Herzerkrankung ist ein unregelmäßiger oder ungewöhnlicher Herzschlag (Herzrasen, Extraschläge oder verlangsamte Herzschläge). Viele Patienten klagen auch über eine Enge im Brustbereich. Eine schnelle Erschöpfung nach geringfügiger Anstrengung weist auf eine Herzschwäche hin. Dieser Leistungsverlust geht in der Regel mit einer erhöhten Müdigkeit und gelegentlichen Herzrhythmusstörungen einher.

Viele Herzkrankheiten äußern sich darüber hinaus in Schmerzen, die vom Brustbereich in den Rücken und in den linken Arm ausstrahlen. Insbesondere Frauen leiden außerdem an diffusen Oberbauchschmerzen. Diese Symptome sind charakteristisch für einen Herzinfarkt, können aber auch auf andere Herzerkrankungen zurückgehen. Schmerzen in der Brustgegend müssen umgehend mit einem Mediziner abgeklärt werden.

Die Symptomatik der verschiedenen Herzerkrankungen ist oft ähnlich. Um die zugrundeliegende Ursache und die beste Behandlung feststellen zu können, muss ein Arzt Ihre Beschwerden im Rahmen einer Untersuchung näher bestimmen.

Fazit

Das menschliche Herz ist ein zentrales Organ, dessen Anatomie des Herzens und Funktion des Herzens eng miteinander verknüpft sind. Versteht man, wie funktioniert das Herz, wird klar, wie essenziell dieser Prozess für das Überleben ist. Das Herz pumpt kontinuierlich Blut in den Körperkreislauf, wodurch der gesamte Körper gepumpt und mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Gleichzeitig wird Blut in den Lungenkreislauf geleitet, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Elektrische Impulse steuern den Herzrhythmus, wobei das Herz in Ruhe regelmäßig schlägt. Beim Erwachsenen schlägt das Herz in Ruhe etwa 80 mal pro Minute und passt sich flexibel an Belastungen an.

Anatomisch liegt das Herz im Brustkorb, links versetzt hinter dem Brustbein, und sitzt das Herz dem Zwerchfell auf. Dabei ist das Herz etwa so groß wie eine Faust und besitzt eine rechte und eine linke Herzhälfte mit Vorhöfen und den Kammern. Die großen Gefäße sorgen dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fließen kann, während Herzklappen den Rückfluss verhindern. Zusätzlich versorgen das Herz die Koronararterien, die sich wie ein Kranz um das Herz legen. Das Herz ist komplex aufgebaut und zeigt auch in der mikroskopischen Anatomie eine hochspezialisierte Struktur. Es liegt innerhalb eines schützenden Systems und erfüllt dauerhaft lebenswichtige Aufgaben.

Wenn das Herz nicht mehr richtig arbeitet, kann dies schwerwiegende Folgen für den gesamten Organismus haben. Dennoch stellt das Herz ein beeindruckendes System dar, das den Kreislauf stabil hält und den Körper zuverlässig versorgt.

FAQ

Wie funktioniert das Herz?

Das Herz funktioniert durch rhythmisches Zusammenziehen des Herzmuskels. Dabei wird Blut aus dem Vorhof in die Kammer gepumpt und anschließend in den Kreislauf weitergeleitet.

Welche Aufgaben haben die Herzklappen?

Herzklappen wirken wie Ventile und verhindern, dass Blut zurückfließt. Sie sorgen für einen gerichteten Blutfluss zwischen Vorhof und Kammer sowie in die großen Gefäße.

Wie ist das Herz aufgebaut?

Die Anatomie des Herzens umfasst zwei Vorhöfe und zwei Kammern. Diese sind voneinander getrennt und bilden die rechte und linke Herzhälfte.

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Bei einem Herzinfarkt werden Herzkranzgefäße blockiert, sodass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Wie oft schlägt das Herz?

Beim Erwachsenen schlägt das Herz etwa 60–80 mal pro Minute. Die Herzfrequenz kann je nach Belastung variieren.