Vorteile der Magenband-Operation und Indikationen für den Eingriff
Extremes Übergewicht schränkt nicht nur die Lebensqualität ein. Es kann schwere Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes Mellitus, Bluthochdruck oder andere körperliche und psychische Erkrankungen) verursachen, die zu einer Verkürzung der Lebenszeit führen können.
Zunächst sollten Betroffene versuchen, ihr Gewicht durch konservative Maßnahmen zu reduzieren. Ist das nicht möglich, kann ein Magenband bei Adipositas zur Vermeidung oder Verbesserung von Begleiterkrankungen infrage kommen.
Voraussetzungen für den Einsatz (Implantation eines Magenbandes) sind:
- ein Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 35
- das Vorliegen von Begleiterkrankungen und Beschwerden und
- der fehlende Erfolg von konservativen Maßnahmen unter ärztlicher Kontrolle
Menschen mit einem BMI von über 40 benötigen darüber hinaus sofort eine Behandlung.
In einigen Fällen kommt ein Magenband zum Einsatz, um einen vorher gelegten Magenbypass zusätzlich zu stützen.
Was kostet die Behandlung?
Die Magenband-OP ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen, aber die deutschen Krankenkassen übernehmen unter Umständen die Kosten für eine Magenband-OP. Dazu müssen die genannten Voraussetzungen erfüllt sein.
Ansonsten richten sich die Preise für Selbstzahler besonders nach Aufwand und Dauer der Behandlung. Am besten lassen Sie sich in einem Adipositaszentrum von Fachärzten über die operative Methode beraten.
Das Magenband ist eine operative Methode, die das natürliche Hungergefühl bei Übergewichtigen unterdrückt @ bilderzwerg /AdobeStock
Gegen eine Magenband-Operation sprechen folgende Faktoren:
Auch psychische und hormonelle Ursachen für das Übergewicht muss der Arzt ausschließen, bevor eine Operation möglich ist. Ebenso bestimmte körperliche und psychischer Erkrankungen, sowie Suchterkrankungen oder unbehandelte Essstörungen sind Gründe, dass ein Magenband nicht geeignet ist.
Der Arzt implantiert das Magenband heutzutage im Rahmen einer minimalinvasiven Bauchspiegelung (Schlüsselloch-Verfahren).Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt.
Ein Magenband besteht aus einem aus Silikon bestehenden Schlauch, den die Spezialisten der Chirurgie um den oberen Teil des Magens legen. Das verstellbare Magenband bildet einen kleinen Vormagen (Pouch), sodass der Magen durch das Magenband nur geringe Nahrungsmengen (20-30ml) aufnehmen kann. Dadurch signalisiert er deutlich schneller ein Sättigungsgefühl.
Der Füllung des Vormagens verhindert, dass die betroffene Person große Mengen fester Nahrung auf einmal aufnehmen kann.
Mittlerweile kommen während der Magenband-OP ausschließlich verstellbare Bänder zum Einsatz, die eine Flüssigkeitskammer (Portkammer) haben. Anschließend wird das Magenband über diese Portkammer gefüllt.
Darüber sind die Ärzte in der Lage, die Flüssigkeitsmenge an das individuelle Therapieziel des Patienten anpassen. Dies geschieht mit einem Ballon, der mit einem kleinen Schlauch mit der Flüssigkeitskammer verbunden ist.
Der Chirurg setzt dazu bei der OP mehrere kleine Schnitte in die Bauchdecke und die Magenwand. Durch diese bringt er den Magenring und den Ballon ein.
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und dauert normalerweise etwa 60 Minuten. Ab Tag eins beginnt der schrittweise Kostaufbau und eine Ernährungsumstellung. In der Regel dauert der Krankenhausaufenthalt nur wenige Tage.
Wichtig ist, dass Sie sich in den Wochen nach der OP an die Diätvorgaben und weitere unterstützende Maßnahmen halten. Wie lange Sie nach der Magenband-OP krankgeschrieben sind, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Rechnen Sie mit etwa vier Wochen Ausfallzeit. Es entstehend nach der Operation keinerlei Einschränkungen für sportliche Aktivitäten.

Schrittweise Anpassungen des Magenbands
Ärzte passen das Magenband nach einem Monat zum ersten Mal an. Dies erfolgt mit einer Spritze, welche die Kochsalzlösung in den Ballon injiziert.
Je mehr Kochsalzlösung der Arzt über den Port injiziert, desto stärker ist die Einschnürung des Magens und umgekehrt.
Ein Magenband kann in den meisten Fällen lebenslang im Körper verbleiben. Bei Bedarf können Ärzte das Band wieder entfernen.
Ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht vor allem aufgrund des Übergewichts und der bestehenden Begleiterkrankungen der betroffenen Person.
Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, erfolgt im Vorfeld des Eingriffs ein ausführliches Screening.
Spezialisierte Kliniken weisen bei der Magenband-OP eine Sterblichkeitsrate von unter 0,1 Prozent auf. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können nach der Operation Wundheilungsstörungen und Infektionen auftreten.
Insbesondere im Bereich des eingebrachten Materials können Entzündungsherde entstehen, welche die Entfernung des Magenbandes erforderlich machen.
Wie bei jedem Eingriff im Bauchraum können sich aus dem Narbengewebe Verwachsungen bilden.
Magenband-OP-spezifische Komplikationen sind zudem:
- Verletzung des oberen Magens beim Einsetzen des Bandes
- Verengung oder Verschluss des Durchgangs im Magen durch zu große Nahrungsstücke
- Vergrößerung des gebildeten Vormagens infolge einer Zufuhr zu großer Nahrungsmengen
- Verrutschen des Silikonschlauchs
- Bildung von Eitergängen infolge von Infektionen oder allergischen Reaktionen
- Silikonunverträglichkeit
- Beschädigung des eingesetzten Systems
Bei Vorliegen einer dieser Komplikationen wird in aller Regel eine weitere Operation erforderlich.
Achten Sie daher nach der OP immer darauf, dass die Nahrung stets gut gekaut wird. Mehrmaliges Erbrechen, Übelkeit oder eine schnelle Gewichtszunahme könnte ein Hinweis darauf sein, dass ein Kontrolltermin nötig ist.
Eine erfolgreiche Gewichtsreduktion mit dem Magenband setzt die Mitarbeit und Motivation der betroffenen Person voraus.
Ohne eine langfristige Umstellung der Ernährung ist ein Gewichtsverlust auch mit dem Gastric Banding nicht zu realisieren.
So sollten Sie unter anderem auf große Mengen von folgenden Speisen verzichten:
- Süßigkeiten
- Speiseeis
- Pudding oder
- gesüßte Getränke
Diese können die geschaffene Engstelle passieren, ohne ein Sättigungsgefühl auszulösen.
In vielen Fällen ist das Essverhalten nach einer Magenband-Operation nicht „normal“, da Betroffene alte Essrituale durch neue ersetzen. Diese können sich positiv auf die Gewichtsreduktion auswirken, aber auch schädlich sein.
Wenn Stress, Ängste oder Unausgeglichenheit das gestörte Essverhalten auslösen, können qualifizierte Ernährungsberater und Therapeuten oder eine Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll sein.
Bei der Entstehung von Übergewicht spielt oftmals auch mangelnde körperliche Bewegung eine bedeutende Rolle. Daher sind zusätzliche Sportprogramme wichtig.
Es ist empfehlenswert, sich vor einer Magenband-OP ausführlich von Spezialisten beraten und untersuchen zu lassen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass es immer wieder Fälle mit Spätfolgen gab, bei denen das Magenband aus unterschiedlichen Gründen entfernt werden musste.
Moderne Alternativen zur Gewichtsreduktion ohne Band sind zum Beispiel operative Magenverkleinerungen durch einen Magenbypass oder einen Schlauchmagen.
Auch das Setzen eines Magenballons ist möglich. Bei dieser Variante handelt es sich um eine Behandlung, die keine Operation erfordert und oftmals begleitend zu einer Magenverkleinerungsmethode stattfindet.
Neben Experten für Magenbänder finden Sie hier Fachärzte zu den weiteren Behandlungsmöglichkeiten.