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Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Symptome, Diagnose und Behandlung

25.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Die Herzmuskelentzündung, medizinisch auch Myokarditis genannt, ist eine Herzerkrankung, die unterschiedlich schwer verlaufen kann. Während sie in vielen Fällen mild bleibt, kann sie unbehandelt Herzrhythmusstörungen,  eine Herzschwäche oder Herzinfarkt, in seltenen Fällen sogar zum plötzlichen Herztod führen. Entscheidend ist daher, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und richtig zu behandeln.

Was sind die Ursachen für eine Herzmuskelentzündung, welche Beschwerden können auftreten und wie erfolgt die Therapie? Diese Fragen werden im folgenden beantwortet. 

Hier finden Sie außerdem ausgewählte Ärzte, die eine Herzmuskelentzündung behandeln.

ICD-Codes für diese Krankheit: I01, I09.0, I09.1, I09.2, I40, I41

Kurzübersicht:

Die Herzmuskelentzündung entsteht häufig infolge eines Infekt der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts, ausgelöst durch einen Virus, eine Bakterie oder andere Krankheitserreger. Auch Autoimmunerkrankungen und verschleppte Infekte können ursächlich sein.

Die Entzündung kann die Funktion der Herzmuskelzellen beeinträchtigen und die Leistungsfähigkeit des Herzens reduzieren. Die Erkrankung verläuft häufig ohne typische Symptome, weshalb erste Hinweise auf eine Herzmuskelentzündung häufig übersehen werden. Typische Symptome einer Herzmuskelentzündung reichen von Abgeschlagenheit und unspezifischer Beschwerden bis hin zu Atemnot, Brustschmerzen und Arrhthmien. Eine strukturierte Diagnose und Behandlung ist entscheidend, um Komplikationen wie Herzschwäche zu vermeiden. In vielen Fällen heilt die Erkrankung folgenlos ab, in schweren Fällen kann sie jedoch zu bleibenden Einschränkungen, z. B. Herzrhythmusstörungen führen.

Artikelübersicht

Definition: Was ist eine Herzmuskelentzündung?

Die Herzmuskelentzündung ist eine entzündliche Erkrankung, bei der sich das Gewebe des Herzmuskels entzündet. Diese Entzündung betrifft die Herzmuskelzellen und kann die Funktion des Herzens erheblich beeinträchtigen. Die Erkrankung wird auch Myokarditis genannt und kann isoliert oder gemeinsam mit einer Entzündung des Herzbeutel auftreten, was dann als Perimyokarditis bezeichnet wird.

Die Herzmuskelentzündung kann die Pumpleistung des Herzens deutlich reduzieren. Dadurch kann es zu einer Herzschwäche führen, die in einigen Fällen bleibend ist. Auch die Durchblutung der Herzkranzgefäße kann indirekt beeinflusst werden.

Man unterscheidet zwischen einer akuten Herzmuskelentzündung und einem chronischen Verlauf. Die Erkrankung verläuft häufig ohne typische Beschwerden und es ist schwer, sie rechtzeitig zu erkennen.

Ursachen und Risikofaktoren für eine Entzündung des Herzmuskels

Die Ursachen einer Herzmuskelentzündung sind vielfältig. Manchmal sind zum Beispiel bestimmte Viren, Pilze oder Bakterien verantwortlich. 

Die häufigste Ursache sind virale Infektionen, die oft im Anschluss an einen Infekt wie eine Erkältung oder Grippe auftritt:

  • Viren: Masernviren, Grippeviren oder Herpesviren
  • Bakterien: Staphylokokken oder Streptokokken

Auch Autoimmunerkrankungen können zu einer Myokarditis führen. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper und greift unter anderem das Gewebe des Herzmuskels an.

Verschleppte Infekte bzw. nicht vollständig abgeklungene Infekte stellen eine große Gefahrenquelle dar. Gerade Sportler kurieren eine Erkältung oder grippale Infekte oft nicht richtig aus. Als Folge dieser Verschleppung kann eine Schädigung des Herzmuskels folgen.

Im Extremfall kann eine Herzmuskelentzündung zu starken Beschwerden führen oder sogar tödlich verlaufen. Wichtig ist bei dieser Erkrankung nicht nur die Diagnose, sondern auch eine individuelle Therapieform.

Häufige Beschwerden & Symptome einer Herzmuskelentzündung

Die Symptome einer Herzmuskelentzündung sind recht unterschiedlich. Sie verläuft häufig schleichend, sodass erste Beschwerden nicht eindeutig zugeordnet werden können. Typische erste Anzeichen einer Myokarditis sind Abgeschlagenheit, reduzierte Belastbarkeit und allgemeines Krankheitsgefühl.

Mediziner unterscheiden zwischen der akuten und chronischen Myokarditis.

Bei einer akuten Myokarditis kommt es zu:

Diese Beschwerden können deutlich auf eine Erkrankung hindeuten und auf eine Myokarditis hinweisen. In fortgeschrittenen Fällen zeigen zudem Anzeichen einer Herzschwäche, etwa Wassereinlagerungen und reduzierte Belastbarkeit.

Die chronische Myokarditis ruft andere Beschwerden hervor. 

Anzeichen können hierbei sein:

  • Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Gewichtsverlust oder
  • Gliederschmerzen

Herzmuskelentzündung
Eine Herzmuskelentzündung kann die Herzfunktion beeinträchtigen © Henrie | AdobeStock

Diagnose einer Herzmuskelentzündung

Die Diagnose der Herzmuskelentzündung ist oft schwierig, da die Symptome unspezifisch sind. Besteht ein Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung, erfolgt zunächst eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung.

Im Rahmen der Diagnose einer Herzmuskelentzündung werden verschiedene Verfahren eingesetzt. Dazu zählen Blutuntersuchungen, ein EKG sowie Ultraschalluntersuchung des Herzens. Diese Untersuchungen können wichtige Hinweise liefern und helfen, die richtige Diagnose stellen zu können.

In schweren Fällen kann zusätzlich eine Biopsie notwendig sein, bei der Gewebe aus dem Herzmuskel entnommen wird. Auf diese Weise kann eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert und genauer beurteilt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für den weiteren Verlauf.

Die ersten wichtigen Anzeichen für den Arzt sind, wenn der Patient kürzlich an folgenden Erkrankungen litt:

Darüber hinaus führt der Arzt auch einige standardmäßige Untersuchungen durch. Er misst den Blutdruck und die Körpertemperatur und hört Herz und Lunge ab.

Helfen kann bei der Diagnose auch eine Blutuntersuchung. Wenn sich hier erhöhte Entzündungswerte zeigen, liefern diese einen weiteren Hinweis auf eine mögliche Herzmuskelentzündung.

Die chronische Myokarditis ist wesentlich schwieriger zu diagnostizieren.

Nimmt die Erkrankung einen schweren oder sogar chronischen Verlauf, kann auch eine Myokardbiopsie notwendig sein. Hierbei entnehmen Ärzte Gewebe aus dem Herzmuskel und untersuchen es klinisch.

Daneben gehören aber auch weitere Standardverfahren zu den Untersuchungen.

Dazu zählen:

Letztere kann bei einem Kardiologen erfolgen, der auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems spezialisiert ist.

Die Behandlung einer Myokarditis 

Die Behandlung einer Herzmuskelentzündung richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Grundsätzlich ist konsequente körperliche Schonung erforderlich, insbesondere in der akuten Phase, damit sich die Entzündung vollständig zurückbilden und ausheilen kann.

Bei einer bakteriellen Infektion kommen Antibiotika zum Einsatz, während bei viralen Ursachen unterstützende Maßnahmen im Vordergrund stehen. Zusätzlich werden Medikamente eingesetzt, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Dazu gehören Therapien gegen Herzrhythmusstörungen sowie Maßnahmen zur Behandlung der Herzschwäche. Erhält der Patienten etwa strikte Bettruhe, steigt jedoch das Risiko auf eine Thrombose

Bei Autoimmunerkrankungen kann eine immunsuppressive Therapie notwendig sein. Insgesamt ist die individuell angepasste Therapie für den Verlauf entscheidend.

Verlauf und Prognose

In vielen Fällen heilt die Herzmuskelentzündung vollständig aus, insbesondere wenn sie früh erkannt wird. Dennoch kann die Erkrankung auch schwer verlaufen.
In einigen Fällen kann sich eine dauerhafte Herzschwäche entwickeln oder es bleiben Herzrhythmusstörungen bestehen. Auch eine schwerwiegende Komplikation ist möglich, wenn die Erkrankung nicht frühzeitig behandelt wird. Bei schweren Fällen kann eine Herztransplantation notwendig sein.

Spezialisten

Wird eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert, sollten sich Patientinnen und Patienten an erfahrene Ärztinnen und Ärzte wenden. Fachärzte aus der Kardiologie sind auf die Diagnose und Behandlung spezialisiert.

Die weitere Abklärung erfolgt häufig in einer medizinischen Klinik, insbesondere wenn unklar ist, ob zusätzlich eine Myokarditis besteht oder Komplikationen vorliegen.

Prävention: Herzmuskelentzündung vorbeugen

Eine Herzmuskelentzündung vermeiden lässt sich v.a. durch einen bewussten Umgang mit Infekten. Wichtig ist, dass ein Infekt vollständig auskuriert wird und körperliche Belastung in dieser Zeit vermieden wird.

So kann man aktiv dazu beitragen, eine Herzmuskelentzündung vorbeugen zu können.

Häufige Fragen

Wie gefährlich ist eine Herzmuskelentzündung?

Die Erkrankung kann mild verlaufen, aber auch zu Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder im schlimmsten Fall zum Herztod führen.

Wie erkennt man eine Myokarditis?

Typische Symptome sind Müdigkeit, Atemnot, Brustschmerzen und Herzrhythmusstörungen. Diese Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.

Kann eine Herzmuskelentzündung unbemerkt bleiben?

Ja, sie verläuft häufig ohne typische Symptome und wird oft spät erkannt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Beschwerden nach einem Infekt bestehen oder der Verdacht besteht, dass eine Myokarditis vorliegt, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Wie lange dauert die Heilung?

Die Dauer ist unterschiedlich, entscheidend ist, dass die Erkrankung vollständig ausheilen kann, um Folgeschäden zu vermeiden.