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Herzrasen / Tachykardie - Symptome und Ursachen von Herzrasen

27.02.2026
Dr. rer. nat. Marcus Mau
Autor des Fachartikels

Tachykardie, umgangssprachlich als Herzrasen bezeichnet, kann viele Ursachen haben. Ein schneller Puls ist in der Regel meist nicht lebensbedrohlich, jedoch sollten Sie wiederkehrendes Auftreten von Herzrasen ärztlich abklären lassen.

Weitere Informationen zur Tachykardie und welcher Arzt Tachykardie behandelt, finden Sie weiter unten.

ICD-Codes für diese Krankheit: I47

Kurzübersicht:

Herzrasen, medizinisch als Tachykardie bezeichnet, beschreibt einen schnellen Herzschlag von über 100 Schlägen pro Minute und kann sowohl harmlose als auch ernsthafte Ursachen haben. Die Anzeichen von Herzrasen reichen von innerer Unruhe bis hin zu Beschwerden wie Schwindel oder Atemnot. In vielen Fällen liegen harmlose Ursachen wie Stress oder körperliche Belastung zugrunde, jedoch können auch Herzerkrankungen oder hormonelle Störungen eine Rolle spielen. Treten die Beschwerden plötzlich oder wiederkehrend auf, sollte die Ursache der Tachykardie medizinisch abgeklärt werden. Besonders bei zusätzlichen Symptomen ist eine schnelle medizinische Einschätzung wichtig.

Artikelübersicht

Herzrasen: Was ist Tachykardie eigentlich?

Tachykardie ist gar nicht so ungewöhnlich. Sobald wir uns körperlich betätigen oder über irgendetwas aufregen, schlägt das Herz schneller. 60 bis 80 Herzschläge pro Minute sind bei einem gesunden Menschen normal und entsprechen dem sogenannten Ruhepuls. Wenn wir schlafen oder uns ausruhen, kann der Puls sogar noch niedriger sein. Sobald wir allerdings körperlich aktiv sind, schlägt unser Herz schneller (100 bis 120 Schläge pro Minute), um sich den äußeren Gegebenheiten anzupassen. Ist der Puls allerdings dauerhaft erhöht, können ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken. In einigen Fällen liegt der Tachykardie eine Herzrhythmusstörung zugrunde, bei der die normalen elektrischen Abläufe im Herzen gestört sind.

Nicht nur ältere Menschen leiden unter Herzrasen – auch kämpfen junge Menschen mit diesen Symptomen. Tritt das Herzrasen mit

  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Luftnot
  • Bewusstlosigkeit
  • einem Druckgefühl im Brustbereich

gemeinsam auf, kann eine Tachykardie lebensbedrohlich sein. Besonders gefährlich sind Formen wie das Kammerflimmern, bei dem das Herz nicht mehr effektiv pumpt und ein medizinischer Notfall entsteht.

Typische Symptome von Herzrasen

Herzrasen oder Tachykardie äußert sich mit schnellen Herzschlägen, die Patienten als äußerst unangenehm empfinden. Sobald das Herz rast, verspüren die Betroffenen eine innere Unruhe. Mehr als 100 Schläge sind in diesem Fall keine Seltenheit. Der beschleunigte Herzschlag entsteht durch eine gesteigerte Aktivität der elektrische Impulse, die den Herzrhythmus steuern. Das Herz hat in erster Linie die Aufgabe, den Körper und die Organe mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Ist der Herzschlag gestört, droht unter anderem eine Ohnmacht.

Tachykardie ist ein Phänomen, das auf eine Störung des Herzens hindeutet. Diese Störung muss nicht immer krankhaft sein. Herzrasen wird größtenteils durch körperliche Anstrengung, Aufregung oder Stress verursacht. Dabei treten die Symptome entweder nach einer körperlichen Belastung oder in Ruhezustand auf. Häufig ist das klopfende Gefühl in der Brust nach wenigen Sekunden wieder verschwunden. Sobald die Begleitsymptome (Schwindel, Übelkeit) sich verschlimmern, kann allerdings eine Krankheit dahinterstecken. In manchen Fällen treten auch Symptome wie Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust auf, was auf eine ernstere Ursache hinweisen kann.

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Wann ist Herzrasen gefährlich?

Gewöhnlich handelt es sich um stressbedingte Symptome, die die Gesundheit jedoch kaum beeinflussen. Sobald die Merkmale jedoch länger anhalten oder häufiger auftreten, steigt auch die Gesundheitsgefährdung. Ab einer Herzfrequenz von 100 Schlägen pro Minute sprechen Ärzte von einer Tachykardie. Dabei kann eine sogenannte beschleunigte Erregung im Herzmuskel vorliegen, die den normalen Rhythmus aus dem Gleichgewicht bringt. Oftmals nehmen Betroffene die Symptome gar nicht als Herzrasen wahr. Vielmehr verspüren sie ein Herzstolpern oder einen unregelmäßigen Herzschlag, der allerdings keine weiteren Beschwerden verursacht.

Eine plötzliche Brustenge, Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit deuten jedoch auf Herzprobleme hin, die Sie fachlich abchecken lassen sollten. Unbehandelt kann dies im schlimmsten Fall zu einem Schlaganfall führen, da durch Herzrhythmusstörungen Blutgerinnsel entstehen können. Ein krankhaft verursachtes Herzrasen verläuft schlimmstenfalls tödlich, wenn Sie sich nicht untersuchen lassen. Herzinfarkte gelten in Deutschland immer noch als häufigste Todesursache. Immerhin geht jeder vierte Todesfall auf ein krankes Herz zurück. Menschen in Großstädten sind diesbezüglich am stärksten betroffen. 

HerzinfarktUrsache für einen Herzinfarkt ist meist ein Verschluss der Arterien, die das Herz mit Blut versorgen @ freshidea /AdobeStock

Mögliche Ursache für Herzrasen: Was steckt dahinter? 

Die Ursachen einer Tachykardie sind äußerst vielfältig. Herzrasen ist nicht selten die Folge von Stress, Aufregung oder Angst. Allerdings kann das klopfende Gefühl in der Brust auch auftreten, wenn Sie Alkohol, schwarzen Tee oder Kaffee trinken. Sobald Sie die Muntermacher vor dem Zubettgehen einnehmen, tritt Herzrasen in der Nacht auf (nächtliches Herzrasen). Ebenso tritt Herzrasen nach dem Essen auf, vor allem dann, wenn Sie besonders üppig und fettreich gegessen haben. Auch kommen

als Ursachen infrage.

Mediziner bezeichnen den unregelmäßigen oder schnelles Herzklopfen als Vorhofflimmern. Weitere Formen sind die Supraventrikuläre Tachykardie sowie die Ventrikuläre Tachykardie, die sich in ihrer Entstehung und Gefährlichkeit deutlich unterscheiden. Von einem Herzinfarkt ist die Rede, wenn die Herzkranzgefäße infolge einer fortgeschrittenen Arterienverkalkung regelrecht verstopft sind.

Häufigste Ursachen einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) sind:

Plötzliches Herzrasen: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Ihr Herz rast, legen Sie sich am besten hin. Atmen Sie ruhig durch und bitten Sie einen Angehörigen um Hilfe. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Notarzt rufen, sobald die Beschwerden sich verschlimmern. Schnelles Handeln ist beispielsweise bei einem akuten Herzinfarkt besonders wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden. Treten wiederholt Anfälle von Herzrasen auf, sollte die Ursache zeitnah medizinisch geklärt werden.

Welche Untersuchungen sind bei Herzrasen notwendig?

Sobald die Tachykardie über einen längeren Zeitraum besteht, sollten Sie zur Abklärung der Ursachen einen Arzt aufsuchen, vor allem dann, wenn Brustschmerzen oder Ohnmachtsanfälle als Begleiterscheinungen hinzukommen. Ziel ist es, eine genaue Diagnose von Herzrasen zu stellen und mögliche zugrunde liegende Erkrankungen zu erkennen. Spezialisten rund um das Herz und Herzerkrankungen sind Kardiologen, also Fachärzte für Kardiologie. Der Arzt wird Sie zunächst gründlich befragen (Anamnese), um die Ursachen einzugrenzen. Besonders wichtig sind die Häufigkeit, der Beginn und Verlauf der Anzeichen. Des Weiteren müssen Sie angeben, ob die Beschwerden sich in der letzten Zeit verschlimmert haben. Um die genaue Ursache einer Tachykardie festzustellen, führen Mediziner mehrere Untersuchungen durch.

Hierzu gehören:

  • die Messung von Puls und Blutdruck
  • Abhören des Herzens mit dem Stethoskop
  • Untersuchung der Schilddrüse
  • Blutuntersuchungen (Bestimmung der Elektrolyt- und Schilddrüsenwerte)
  • EKG (Messung der Herzströme)
  • Belastungs-EKG und Langzeit-EKG
  • Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens)
  • Röntgenuntersuchung des Brustkorbes
  • Angiographie (Untersuchung des Herzens mit einem Herzkatheter

Mithilfe dieser Verfahren lässt sich feststellen, wie Herzrasen entsteht und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. In einigen Fällen werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, um andere Ursachen auszuschließen.

Belastungs EKG 2Bei einem Belastungs-EKG werden die Herzaktionen überprüft, während der Patient sich körperlich betätigt @ Kzenon /AdobeStock

Therapien & vorbeugende Maßnahmen

Je nach Beschwerden wird der behandelnde Arzt die Tachykardie mit bestimmten Medikamenten behandeln. Bei schwerwiegenden und chronischen Problemen kann der Einsatz eines Herzschrittmachers angezeigt sein.

Generell empfiehlt sich eine Änderung der Lebensweise. Herzprobleme werden meistens durch Übergewicht oder eine ungesunde Ernährung verursacht, weshalb Sie Nikotin, Alkohol, Kaffee, fett- und zuckerhaltige Speisen meiden sollten. Greifen Sie lieber auf frisches Obst und Gemüse, Fisch oder gesunde Öle zurück. Leinöl, Tomaten, Haferflocken, Avocados, Sojabohnen, Lachs (Omega-3-Fettsäuren), Blaubeeren, Spinat, Nüsse und Linsen gehören diesbezüglich zu den besten Lebensmitteln, weil sie gesunde Fette, Antioxidantien und Ballaststoffe enthalten.

Fazit

Herzrasen ist ein Phänomen, das viele Menschen kennen. Gewöhnlich führen Stress, Übergewicht, Schilddrüsenerkrankungen und Genussgifte zu Herzrasen, jedoch kann ein schneller Herzschlag auch andere Ursachen haben. Entscheidend ist es, die individuellen Faktoren zu erkennen, da unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können. Da eine Tachykardie auch tödlich verlaufen kann, sollten Betroffene die Anzeichen ärztlich durch einen Kardiologen prüfen lassen. Insbesondere bei wiederkehrendem Herzrasen sollte eine kardiologische Abklärung erfolgen.

FAQ - häufige Fragen zu Herzrasen

1. Was versteht man unter Herzrasen?
Umgangssprachlich spricht man von Herzrasen, wenn das Herz deutlich schneller als normal schlägt und Betroffene ein schnelles Herzklopfen wahrnehmen.

2. Welche Ursachen kann Herzrasen haben?
Es gibt verschiedene Ursachen – von Stress und Aufregung bis hin zu körperlichen Erkrankungen, die Herzrasen verursachen können.

3. Wann sollte Herzrasen ärztlich abgecheckt werden?
Wenn Herzrasen ohne ersichtlichen Grund auftritt, länger anhält oder mit Beschwerden wie Schwindel einhergeht, sollte es ärztlich überprüft werden.

4. Kann Herzrasen auch psychische Ursachen haben?
Ja, neben körperlichen Auslösern können auch psychische Ursachen wie Angst oder Stress Herzrasen auslösen.

Quellen

  • ESC Pocket Guidelines: Ventrikuläre Arrhythmien und Prävention des plötzlichen Herztodes (Version 2015). European Society of Cardiology (ESC), Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
  • flexikon.doccheck.com/de/Tachykardie
  • Lewalter T et al. Notfall Herzrhythmusstörungen. Dtsch Arztebl 2007; 104(17):A1172–80