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Schulterarthrose (Omarthrose): Therapie und Behandlung bei Verschleiß im Schultergelenk

20.01.2026

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers, aber auch anfällig für Verschleiß. Wenn sich der Knorpel zwischen Oberarmkopf und Gelenkpfanne abnutzt, sprechen Mediziner von einer Schulterarthrose oder Omarthrose. Diese degenerative Erkrankung der Schulter führt oft schleichend zu Bewegungseinschränkungen und Schulterschmerzen, die besonders nachts oder bei Belastung auftreten. Ob konservative Therapie mit Physiotherapie und Injektionen ausreicht oder ob der Spezialist zu einer operativen Behandlung rät, hängt vom Stadium der Arthrose ab. Ziel jeder Therapie der Schulterarthrose ist es, die Entzündung zu hemmen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit so lange wie möglich zu erhalten, bevor ein Gelenkersatz notwendig wird.

ICD-Codes für diese Krankheit: M19.01, M19.11, M19.21, M19.81, M19.91

Kurzübersicht:

Die Schulterarthrose, fachsprachlich Omarthrose genannt, bezeichnet den fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels im Schultergelenk. Durch den Knorpelabbau reiben die Gelenkflächen von Oberarmkopf und Gelenkpfanne schmerzhaft aufeinander. Ursachen können primär altersbedingt sein oder sekundär durch Verletzungen und Schäden an der Rotatorenmanschette entstehen. Das Leitsymptom ist ein belastungsabhängiger Schmerz im Schulterbereich, oft begleitet von Knirschen und einer zunehmenden Bewegungseinschränkung. Die Diagnose erfolgt meist durch Röntgen und MRT. Die Behandlung von Schulterarthrose startet fast immer konservativ mit Physiotherapie, Schmerzmitteln und physikalischer Therapie. Erst im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Gelenkverschleiß die Lebensqualität massiv einschränkt, kommt eine operative Therapie wie der Einsatz einer Schulterprothese als Therapie der Wahl in Betracht.

Artikelübersicht

Was ist eine Schulterarthrose?

Der Begriff Arthrose bezeichnet eine Verschleißerscheinung der Knorpel und Knochen in unterschiedlichen Gelenken. Von einer Schulterarthrose oder auch Omarthrose spricht man, wenn eine oder beide Schultern betroffen sind.

Symptome einer Schulterarthrose

In jedem Gelenk werden die Knochen von Knorpelgewebe geschützt. Der Knorpel sorgt außerdem dafür, dass das Gelenk „geschmiert“ wird und die Bewegung – im wahrsten Sinne des Wortes – reibungslos möglich ist. Wenn sich die Knorpelschicht übermäßig abnutzt, kann sie ihre wichtigen Funktionen nicht mehr erfüllen: Die Knochen reiben aufeinander. Das ist schmerzhaft und sorgt für Entzündungen im Gelenk.

Typische Symptome einer Schulterarthrose sind:

  • Schmerzen in der Schulter
  • eingeschränkte Beweglichkeit der Arme
  • hör- und fühlbares Knirschen im Schultergelenk
  • eventuell Schwellungen des Gelenks

Zuerst treten die Schmerzen vor allem nach Belastung oder beim Liegen auf der Schulter auf. Im weiteren Verlauf kann die Schulter aber auch im Ruhezustand ständig schmerzen.

Schulterschmerzen
© yodiyim / Fotolia

Die Schulterarthrose beginnt erst langsam und schreitet mit der Zeit immer weiter voran. Dabei kann es zu regelrechten Schüben kommen: Eine ganze Weile verursacht die Schulter keine Probleme, nach einer Überlastung oder auch ohne erkennbare Ursachen nehmen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen plötzlich zu.

Ursachen einer Schulterarthrose

Einer Arthrose geht meistens eine kleine Beschädigung am Knorpel oder an den Sehnen voraus. Diese kann durch eine Verletzung, aber auch durch übermäßige Beanspruchung oder Fehlhaltungen entstehen. Auch Durchblutungsstörungen oder Entzündungen im Schulterbereich können zur Entstehung der Arthrose beitragen. In seltenen Fällen entsteht die Schulterarthrose auch ohne erkennbare Ursache.

Anatomie der Schulter
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Diagnose einer Schulterarthrose

Bei Schmerzen in der Schulter und dem Verdacht auf eine Arthrose steht das Gespräch mit dem Arzt an erster Stelle. Er wird zum Beispiel nach der Krankheitsgeschichte, nach eventuellen Verletzungen und nach ähnlichen Fällen in der Familie fragen. Außerdem können Angaben zur Lebensweise des Patienten wichtige Hinweise geben. In einer körperlichen Untersuchung wird sich der Arzt außerdem den Bewegungsradius der Schulter ansehen und diese abtasten.

Erhärtet sich der Verdacht, zeigt ein Röntgenbild genauer, wie es im Gelenk aussieht. Als Ergänzung ist häufig eine Kernspintomographie sinnvoll. Bei dieser Untersuchung werden in einer „Röhre“ Bilder einzelner Schichten des Gelenks aufgenommen. Manchmal nimmt der Arzt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung vor oder untersucht das Blut auf Anzeichen einer bakteriellen Entzündung. All diese Untersuchungen geben ein genaues Bild über den Zustand des Schultergelenks und des umliegenden Gewebes. Eine Gelenkspiegelung ist ein minimal-invasiver Eingriff für die genaue Diagnose und gleichzeitige operative Therapie, das Video zeigt den Ablauf:

 

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Konservative Behandlungsmöglichkeiten einer Schulterarthrose

Wie bei vielen Krankheiten gilt auch bei einer Schulterarthrose: Je früher sie behandelt wird, umso besser sind die möglichen Behandlungsergebnisse. Ist der Verschleiß noch nicht zu weit fortgeschritten, kann er konservativ, also ohne Operation, behandelt werden.

Dafür kommen verschiedene Methoden infrage:

  • Medikamente gegen den Schmerz und die Entzündungen im Gelenk stoppen die akuten Einschränkungen und die weitere Zerstörung des Gewebes.
  • Physiotherapeutische (krankengymnastische) Übungen stärken die Schulter und verbessern Fehlhaltungen. Sie sorgen außerdem dafür, dass die Muskeln und Sehnen sich nicht versteifen.
  • Verhaltensänderungen im Alltag sorgen dafür, dass die Schulter nicht weiterhin falsch belastet wird.
  • Die Physikalische Therapie arbeitet mit Wärme, Kälte oder elektrischen Reizen, die den Schmerz lindern und die Heilung fördern.
  • Manchmal können Infiltrationsbehandlungen mit Kortison, Hyaloron oder auch patienteneigenenm Plasma (PRP) für längere Zeit eine Linderung der Beschwerden bringen

Mögliche Operationen bei einer Schulterarthrose

Wenn der Gelenkverschleiß in der Schulter mit konservativen Methoden nicht mehr ausreichend behandelt werden kann, kommen im Rahmen der Schulterchirurgie verschiedene Operationen infrage. Der Arzt entfernt dabei Entzündungsherde in der Schulter oder repariert mögliche Verletzungen.

 

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Wenn auch diese Methoden nicht mehr ausreichen, kann eine Schulterprothese eingesetzt werden, also ein künstliches Schultergelenk.

Prognose bei der Schulterarthrose

Der Knorpelverschleiß in Gelenken ist nicht vollständig heilbar. Aber mit den unterschiedlichen Methoden kann man das Fortschreiten aufhalten und die Schmerzen lindern. Durch eine konservative oder operative Behandlung steigt die Lebensqualität der Patienten deutlich an, die Schmerzen werden weniger oder verschwinden ganz und die Beweglichkeit kann verbessert oder komplett wiederhergestellt werden.

Wie gut die Prognose ist, hängt sehr vom Einzelfall ab. Generell gilt: Je früher die Behandlung beginnt, umso besser sind auch die Ergebnisse. Warten Sie also nicht zu lange und suchen Sie bei Beschwerden möglichst bald einen Experten auf!

FAQ: Die 8 wichtigsten Fragen zur Schulterarthrose (Omarthrose)

Was sind die typischen Symptome einer Arthrose in der Schulter?

Eine Arthrose der Schulter äußert sich schleichend. Das Leitsymptom sind tiefsitzende Schulterschmerzen, die oft in den Arm ausstrahlen. Anfangs treten diese Beschwerden nur bei Belastung auf, später leiden Betroffene auch nachts unter Ruheschmerzen, was das Liegen auf der betroffenen Schulter unmöglich macht. Mit zunehmendem Verschleiß des Knorpels im Schultergelenk nimmt die Beweglichkeit ab, und es kommt zu spürbaren Bewegungseinschränkungen in der Schulter. Patienten bemerken oft ein Knirschen, wenn die Knochen aufeinander reiben.

Wie sieht die konservative Behandlung der Schulterarthrose aus?

Die konservative Therapie ist der erste Schritt, um eine Schulterarthrose behandeln zu können. Sie zielt darauf ab, die Entzündung zu hemmen und Schmerzen zu lindern. Dazu gehören schmerzstillende Medikamente (Analgetika) und entzündungshemmende Salben. Ein wesentlicher Baustein ist die Physiotherapie, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten. Auch physikalische Therapie wie Wärme oder Kälte kann helfen. Bei akuten Schüben kann eine Injektion mit Kortison oder Hyaluronsäure direkt in den Gelenkspalt Linderung verschaffen.

Wann ist eine Operation bei Omarthrose notwendig?

Eine Operation in Betracht gezogen wird meist dann, wenn die konservative Behandlung über längere Zeit keine Besserung bringt und der Knorpelabbau im Schultergelenk weit fortgeschritten ist. Wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen die Lebensqualität massiv mindern, ist ein operativer Eingriff oft unumgänglich. Je nach Zustand der Rotatorenmanschette und des Knochens kann eine anatomische oder inverse Schulterprothese implantiert werden, um das Schultergelenk zu ersetzen.

Welche Ursachen begünstigen eine Arthrose im Schultergelenk?

Neben dem altersbedingten Verschleiß (primäre Arthrose) gibt es viele Faktoren, die eine Schulterarthrose begünstigen. Dazu zählen frühere Verletzungen wie Brüche des Oberarmkopfes oder Ausrenkungen (sekundäre Arthrose). Eine häufige Ursache ist die sogenannte Defektarthropathie, bei der ein chronischer Riss der Rotatorenmanschette dazu führt, dass der Oberarmkopf gegen das Schulterdach und das Schulterblatt stößt, was den Knorpel zerstört. Auch entzündliche Erkrankungen wie Rheuma greifen den Gelenkknorpel an.

Wie wird die Diagnose Schulterarthrose gestellt?

Für die Diagnose einer Schulterarthrose führt der Orthopäde zunächst eine körperliche Untersuchung durch, bei der er die Beweglichkeit und Schmerzpunkte testet. Um das Ausmaß des Knorpelverschleißes sicher zu beurteilen, ist eine bildgebende Diagnostik notwendig. Ein Röntgenbild zeigt den verschmälerten Gelenkspalt und knöcherne Anbauten (Osteophyten). Ein MRT oder CT gibt Aufschluss über den Zustand der Sehnen und Muskeln, was für die Planung einer operativen Behandlung wichtig ist.

Was kann man selbst tun, um die Symptome zu lindern?

Um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, sollten Überkopfarbeiten und schwere Belastungen vermieden werden. Regelmäßige, sanfte Bewegung der Schulter (z.B. Pendelübungen) verhindert ein Einsteifen. Eine ausgewogene Ernährung und Gewichtsmanagement entlasten den Körper allgemein, auch wenn die Schulter kein lasttragendes Gelenk ist. Bei akuten Schulterschmerzen hilft oft Kühlen, bei chronischen Beschwerden eher Wärme, um die Muskulatur zu entspannen.

Welche Rolle spielt die Physiotherapie?

Physiotherapie ist essenziell für die Funktion der Schulter. Durch gezielte Übungen wird die Muskulatur rund um das Schulterblatt und den Oberarmkopf gekräftigt. Dies stabilisiert das Gelenk und entlastet die geschädigten Gelenkflächen. Ein erfahrener Physiotherapeut zeigt Übungen, die die Beweglichkeit fördern, ohne die Entzündung erneut zu reizen.

Gibt es Spezialisten für Schulterarthrose?

Ja, die Behandlung einer Schulterarthrose gehört in die Hände eines Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie. Ein Spezialist für Schulterchirurgie kann einschätzen, welche Form der Schulterarthrose vorliegt und ob eine gelenkerhaltende Therapie oder der Einsatz einer Schulterprothese die beste Option ist. Informationen zur Schulterarthrose und Zweitmeinungen sollten vor einem großen Eingriff immer eingeholt werden.