Chronische Kopfschmerzen & Migräne - Richtige Diagnose bei häufigem Spannungskopfschmerz

10.02.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Wenn Kopfschmerzen häufig auftreten, können sie den Alltag der Betroffenen stark belasten. Untersuchungen zeigen, dass etwa 70 % der Bevölkerung im Laufe eines Jahres an Kopfschmerzen leiden. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Meistens sind Kopfschmerzen harmlos. Sie können sie durch freiverkäufliche Schmerzmedikamenten mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol bedenkenlos selbst behandeln. Wichtig ist jedoch, dass Schmerzmittel nicht dauerhaft und nicht täglich eingenommen werden sollten, da eine regelmäßige Einnahme selbst wiederkehrende Kopfschmerzen begünstigen kann.

ICD-Codes für diese Krankheit: R51

Kurzübersicht:

Chronische Kopfschmerzen treten auf, wenn Kopfschmerzen über mindestens drei Monate an mehr als zehn Tagen pro Monat bestehen. Für die richtige Diagnose ist eine sorgfältige Anamnese entscheidend, bei der Art, Häufigkeit und Begleitsymptome erfasst werden. Mithilfe eines Kopfschmerztagebuchs lassen sich Auslöser und Verlauf besser beurteilen. Ziel ist es, zwischen primären Kopfschmerzen und sekundären Kopfschmerzen zu unterscheiden, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Artikelübersicht

Patientinnen und Patienten mit chronischen Kopfschmerzen, die folgende Symptome haben, sollten einen Kopfschmerzspezialisten aufsuchen:

  • Kopfschmerzen, die länger als 3 Tage andauern
  • Kopfschmerzen, mit Häufigkeit mehr als 10 mal im Monat und
  • Länger als 3 Monate bestehen

Chronische Kopfschmerzen
Die Ursachen für chronischen Kopfschmerzen können sehr vielfältig sein @ Firn /AdobeStock

Die Diagnose

Der Facharzt versucht zunächst, eine schwerwiegende Erkrankung als Ursache der Kopfschmerzen auszuschließen und die Art der Kopfschmerzen zu bestimmen. 

Hierzu ist es hilfreich, die Kopfschmerzen genau zu beschreiben und im Vorfeld ein Kopfschmerztagebuch zu führen.

Ein ärztlicher Notfall liegt vor, wenn Kopfschmerzen plötzlich heftig auftreten und wenn es zu neurologischen Ausfällen ( Sprachfindungsstörungen, Lähmungen) kommt. 

Auch, wenn zu den Kopfschmerzen hohes Fieber, Nackensteifheit oder ein epileptischer Anfall hinzu kommt.

Treten zusätzlich Übelkeit oder Erbrechen auf, kann dies ebenfalls ein Hinweis auf eine ernste Erkrankung sein und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Welche Kopfschmerzarten gibt es?

Mediziner unterscheiden zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen.

Bei primären Kopfschmerzen ist der Kopfschmerz die Erkrankung selbst. Alle Untersuchungen des Kopfes zeigen keine auffälligen Befunde. 

Primäre Kopfschmerzen sind z.B.:

  • Migränekopfschmerzen (Typisch sind eine erhöhte Lichtempfindlichkeit sowie Gesichtsschmerzen, die häufig einseitig auftreten)
  • Spannungskopfschmerzen und 
  • Clusterkopfschmerzen

Bei Kopfschmerz sekundären Ursprungs ist der Kopfschmerz ein Symptom für eine andere Erkrankung

Sekundäre Kopfschmerzen treten auf bei:

  • Fieber
  • Infekten
  • Gefäßerkrankungen oder 
  • Hirntumoren

Auch Probleme der Halswirbelsäule, Nackenschmerzen oder ein sogenannter Gesichtsschmerz können sekundäre Kopfschmerzen verursachen.

Folgende Kopfschmerzarten treten am häufigsten auf:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • Clusterkopfschmerzen
  • Medikamentös bedingte Kopfschmerzen

Behandlung chronischer Kopfschmerzen

Ärzte behandeln akute Kopfschmerzerkrankungen zunächst mit Schmerzmitteln. Häufig kommen dabei Ibuprofen oder Paracetamol zum Einsatz, in schweren Fällen auch spezielle Schmerzmedikamente aus der Gruppe der sogenannten Triptane. Ein Schmerzspezialist für Kopfschmerzen verordnet ein stärkeres verschreibungspflichtiges Medikament, damit der Kopfschmerzpatienten wieder schmerzfrei ist. 

Begleitend können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Entspannungsübungen
  • Physiotherapie
  • Psychotherapie und 
  • Alternative Kopfschmerztherapien wie Akupunktur

Weitere bewährte Verfahren sind autogenes Training, Ausdauersport, Stressbewältigung und verhaltenstherapeutische Ansätze.

Die geeignete Therapie legt der Kopfschmerzspezialist fest. Ziel ist dabei ein individueller Behandlungsplan, der sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen berücksichtigt.

Entspannungstherapie bei chronischen Kopfschmerzen
Studien belegen, dass Entspannungsübungen chronische Kopfschmerzen lindern @ Syda Productions /AdobeStock

Selbsttest Kopfschmerzen – Welcher Kopfschmerztyp bin ich?

Leiden Sie regelmäßig unter Kopfschmerz und Migräne? Die Selbsthilfegruppe Kopfweh, hat einen einfachen Selbsttest über unterschiedliche Kopfschmerzarten im Internet veröffentlicht. Auch bestimmte Nahrungsmittel wie Alkohol, Schokolade, Glutamat oder stark koffeinhaltige Getränke können Kopfschmerzen auslösen.

 Hier geht’s zum Selbsttest >>

FAQ

1. Was versteht man unter chronischen Spannungskopfschmerzen?
Der chronische Spannungskopfschmerz äußert sich meist durch beidseitige, drückende Schmerzen, die über längere Zeit anhalten.

2. Wann sollte man bei Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen?
Ein Arzt aufsuchen ist besonders wichtig, wenn Kopfschmerzen plötzlich sehr stark auftreten oder mit neurologischen Ausfällen einhergehen.

3. Wie erfolgt die Diagnose bei Kopfschmerzen?
Zur Diagnostik gehören neben dem Gespräch auch körperliche Untersuchungen, um ernste Ursachen wie neurologische Erkrankungen auszuschließen.

4. Welche nicht-medikamentöse Therapie gibt es?
Zu den Therapiemöglichkeiten zählen unter anderem Übungen zur Entspannung, Stressmanagement sowie Verfahren wie Biofeedback oder progressive Muskelrelaxation. Ziel dieser Maßnahmen ist nicht nur die Linderung, sondern auch die langfristige Prophylaxe chronischer Kopfschmerzen.

Quellen

  • http://www.dmkg.de/kopfschmerz-onlinebroschuere
  • http://www.dgn.org/leitlinien-online-2012/inhalte-nach-kapitel/2282-ll-56-2012-therapie-spannungs-und-chronischer-kopfschmerz.html