Weltweit sind unter 100.000 Menschen durchschnittlich 3,5 Menschen von einem bösartigen Hirntumor betroffen. In Deutschland haben unter 100.000 Kindern drei Kinder einen Hirntumor. Damit ist der Hirntumor die zweithäufigste bösartige Kindererkrankung.
Die exakte Diagnose und die Feststellung der Art des Hirntumors sind ausschlaggebend für die anschließende Therapie.
Es gibt insgesamt 130 unterschiedliche Arten von Hirntumoren. Diese Tumore unterscheiden sich hinsichtlich
- ihrer Lokalisation innerhalb des Gehirns,
- des Gewebes von dem sie ausgehen oder
- der Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung.
Charakteristisch ist das unkontrollierte Zellwachstum.
Bekanntere Arten von Hirntumoren sind zum Beispiel
Bei Hirnmetastasen handelt es sich um sekundäre Tumoren. Das bedeutet, dass sie nicht im Gehirn entstanden sind, sondern z.B. auf Hautkrebs zurückzuführen sind.
Die zugrunde liegenden Ursachen für die Entwicklung eines Hirntumors sind derzeit noch ungeklärt. Bekannt ist aber, dass die direkte Bestrahlug eines anderen Organs, z.B. Krebs, das Risiko erhöht.
Die Forschung diskutiert neben ionisierender Strahlung auch onkogene Viren (krebserregende Viren) als Ursachen eines Hirntumors. Auch ein genetisches oder hormonales Risiko könnte für die Entstehung eines Hirntumors verantwortlich sein.
Einige wenige Erbkrankheiten können ebenfalls das Wachstum eines Hirntumors bedingen. Ein Beispiel dafür ist die Neurofibromatose Typ 1 und 2. Ansonsten sind Hirntumoren nicht nachweisbar erblich.
Die 30 unterschiedlichen Tumorarten können sehr unterschiedliche Symptome haben. Es gibt also kein klares Symptom, das für alle Tumorarten charakteristisch ist.
Die Auswirkungen eines Hirntumors sind insbesondere von dessen Lokalisation innerhalb des Gehirns abhängig.
Ein Akustikusneurinom WHO-Grad I, das auf der Hirnseite des Inneren Gehörgangs lokalisiert ist, verursacht etwa
Ein Glioblastom WHO-Grad IV kann
bedingen.

Ein Hirntumor entsteht direkt aus dem Gewebe des Gehirns. Es gibt über 100 verschiedene Arten von Hirntumoren © peterschreiber.media | AdobeStock
Anhand der Symptome eines Hirntumors lässt sich auf dessen Lokalisation im Gehirn schließen. Daher sind sie ein erster Hinweis für die weitergehende Diagnose.
Nach der Klassifizierung des Tumors gibt es noch einen Index zur Beurteilung der Beeinträchtigung des Patienten. Diese Form der Leistungsbeeinträchtigung eines Betroffenen mit Hirntumor erfolgt nach dem sogenannten Karnofsky-Index, bzw. der ECOG (Eastern Cooperative Oncology Group).
Die Behandlung eines Gehirntumors ist abhängig von der Art des Tumors und seiner Klassifizierung. Eine sorgfältige Diagnose ist daher sehr wichtig. In der Regel entscheidet ein interdisziplinäres Tumorboard über das weitere Vorgehen im Einzelfall.
Einige Formen von Gehirntumoren können nicht operiert werden. Hier sind die Heilungsaussichten schlechter.
Andere Arten lassen sich gut mittels Hirntumoroperation entfernen. Bei ihnen stehen die Aussichten der folgenden Therapien, wie beispielsweise Strahlen- und Chemotherapie, besser.
Der Tumor selbst, aber auch dessen Behandlung verursacht oft weitere Beschwerden. Zu deren Linderung unterziehen sich die Patienten meistens einer sogenannten Supportivtherapie. Meistens besteht sie aus der Gabe von schmerzlindernden Medikamenten.
Manche Patienten wünschen sich zudem eine Komplementärtherapie. Darunter versteht man Behandlungsformen der Alternativmedizin. Dazu gehören Anwendungen der Traditionellen Chinesischen Medizin oder homöopathische Mittel. Meistens sucht sich der Patient selbst entsprechende Anbieter. Diese Maßnahmen haben keine nachweisbare Wirkung, die über einen Placebo-Effekt hinaus geht. Aus medizinischer Sicht ist daher eher davon abzuraten.
Ein Hirntumor-Spezialist ist zumeist ein Neurochirurg. Ein Neurochirurg hat nach seinem Medizinstudium eine Weiterbildung zum Facharzt für Neurochirurgie absolviert. Die Weiterbildungszeit beträgt 72 Monate und umfasst die Behandlung von Erkrankungen, die direkt oder indirekt mit dem Gehirn in Zusammenhang stehen.
Welche Symptome können auf einen Hirntumor hinweisen?
Die Symptome von Hirntumoren sind vielfältig und hängen von der Lage des Tumors ab. Häufig treten Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen, epileptische Anfälle, Sehstörungen oder neurologische Ausfälle auf. Diese Anzeichen für einen Hirntumor sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wie wird die Diagnose eines Hirntumors gestellt?
Die Diagnose eines Hirntumors erfolgt durch neurologische Untersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie MRT und CT. Zur Sicherung der Diagnose kann zusätzlich eine Biopsie notwendig sein. Die Diagnose von Hirntumoren berücksichtigt außerdem die Art des Tumors und dessen Ausdehnung.
Welche Arten von Hirntumoren gibt es?
Zu den verschiedenen Arten von Hirntumoren gehören Gliome, Astrozytome, Meningeome sowie Glioblastome. Man unterscheidet außerdem zwischen primäre Hirntumoren und sekundäre Hirntumoren, die durch Metastasen anderer Tumoren entstehen. Gutartige Hirntumoren und bösartige Hirntumoren unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Verlauf und Therapie.
Wie werden Hirntumoren behandelt?
Die Behandlung von Hirntumoren umfasst meist eine Kombination aus Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. Häufig erfolgt zunächst die Entfernung des Tumors oder eine Tumorentfernung, soweit dies möglich ist. Ergänzend kommen Temozolomid, Bestrahlung oder supportive Therapie zum Einsatz, um Symptome zu lindern und einen Resttumor zu verkleinern.
Wie ist die Prognose bei einem Hirntumor?
Die Prognose hängt von der Diagnose Hirntumor, dem Tumortyp, dem Alter der Patienten mit Hirntumoren und dem Verlauf der Erkrankung ab. Während gutartige Tumoren oft erfolgreich behandelt werden können, haben bösartige Tumoren wie ein Glioblastom meist einen aggressiveren Verlauf. Klinische Studien und spezialisierte Zentren tragen dazu bei, die Therapie von Hirntumoren kontinuierlich zu verbessern.