Die meisten Hirntumoren entwickeln sich aus der eigentlichen Hirnsubstanz.
Das Meningeom dagegen entsteht aus den Zellen der Hirnhaut. Die Hirnhaut besteht aus drei Schichten. Bei einem Meningeom ist die Arachnoidea betroffen, die mittlere Schicht. Das Tumorwachstum grenzt dabei häufig an die harte Hirnhaut (Dura mater) an, was bei der Operation von Bedeutung sein kann. Die Zellen dieser Hirnhautschicht wachsen dann unkontrolliert.
Warum das Wachstum dieser Zellen außer Kontrolle gerät, konnte bisher nicht vollständig geklärt werden. Neben bekannten Risikofaktoren spielen möglicherweise auch genetische Veränderungen eine Rolle bei der Entstehung von Meningeomen.
Forscher haben aber Risikofaktoren identifiziert, die die Entwicklung eines Meningeoms begünstigen. Dazu gehören
- Bestrahlungen zur Therapie einer vorherigen Krebserkrankung,
- zahnärztliche Röntgendiagnostik (in Abhängigkeit vom verwendeten Röntgenverfahren und vom Zeitpunkt, zu dem die Diagnostik durchgeführt wurde),
- die erbliche Erkrankung Neurofibromatose Typ zwei. Davon Betroffene erkranken deutlich häufiger an Meningeomen. Oftmals bilden sich sogar mehrere Meningeome, während Menschen ohne diese Erbkrankheit nur einen Tumor ausbilden.

Meningeome bilden sich in der Arachnoidea, der mittleren der Hirnhaut-Schichten © olgadanilina | AdobeStock
Ein Hirnhauttumor wächst sehr langsam, sodass die ersten Anzeichen oft erst Jahre nach dem Beginn der Tumorerkrankung auftreten. Die klinischen Symptome hängen stark von der Lokalisation des Tumors ab. Erst, wenn die Tumormasse benachbarte Hirnregionen oder Nervenstrukturen verdrängt, kommt es zu Beschwerden. Diese sind jedoch äußerst unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten.
Befindet sich der Tumor in der Nähe des Bewegungszentrums, leiden die Patienten unter Lähmungen der Arme und Beine.
Meningeome, die in der Riechrinne des Gehirns liegen, haben hingegen eine Einschränkung oder einen Verlust des Geruchssinns zur Folge. Da sich die Geruchsstörungen aber eher schleichend entwickeln, bleiben sie oft unbemerkt.
Ein Meningeom kann ferner die drei Hirnhäute reizen und epileptische Anfälle auslösen. Dabei verlieren die Patienten für einen kurzen Zeitraum die Kontrolle über ihren Körper und leiden unter Zuckungen und Krämpfen. Unter Umständen verlieren sie auch das Bewusstsein.
Durch den Tumor erhöht sich der Druck, der im Inneren des Schädels herrscht. Ein erhöhter Hirndruck äußert sich durch verschiedene Symptome. Dazu gehören:
In den meisten Fällen entwickeln sich diese Beschwerden schleichend. Treten Meningeome an den Hirnhäuten im Bereich des Rückenmarks auf, kommt es zum sogenannten lokalen Kompressionssyndrom. Die Patienten klagen über Sensibilitätsstörungen und Schmerzen im entsprechenden Versorgungsbereich. Eine beträchtliche Raumforderung im Rückenmarkskanal führt zu einer Myelopathie. Diese äußert sich je nach Lokalisation durch
- Gangbildstörungen,
- Empfindungsstörungen sowie
- Störungen beim Toilettengang.
Unter Umständen wächst der Hirnhauttumor so langsam, dass sich das Gehirn an die strukturellen Veränderungen anpassen kann. Diese symptomlosen Hirntumore werden zufällig bei einer Computer- oder Magnetresonanztomographie entdeckt.
Zur Diagnose des Hirnhauttumors können verschiedene bildgebende Verfahren genutzt werden. Die moderne Bildgebung spielt eine zentrale Rolle in der Diagnostik. Das am häufigsten verwendete Verfahren ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Gerade bei intrakraniell gelegenen Tumoren ist die Magnetresonanztomographie Standard, da sich damit die unterschiedlichen Weichteilqualitäten gut erkennen lassen und die Untersuchung ohne Strahlenbelastung auskommt. Bei einer Magnetresonanztomographie kann zudem die Gabe eines Kontrastmittels helfen, das Meningeom klarer abzugrenzen.
Auch zur Untersuchung des Rückenmarkkanals eignet sich fast ausschließlich dieses Untersuchungsverfahren.
Eine nähere Einordnung des raumfordernden Prozesses im Gehirn ist mithilfe
- der Magnetresonanzspektroskopie (MRS),
- der diffusionsgewichteten MRT und
- der Durchblutungsmessung des Gehirns mit der Computertomographie möglich.
Trotz der Hinweise mithilfe der genannten bildgebenden Verfahren kann nur die Untersuchung von Gewebeproben die Diagnose sichern. Das ist besonders beim erstmaligen Auftreten eines Hirntumors von hoher Bedeutung. Dazu wird während einer Operation Gewebemasse aus dem Tumor entnommen und anschließend im Labor untersucht.
Nicht jeder Hirnhauttumor bedarf einer Behandlung. Die Beobachtung gilt als primäre Therapieform bei kleineren Meningeomen, wenn keine Beschwerden auftreten. Dazu müssen die Patienten in regelmäßigen Abständen beim Radiologen erscheinen. Er kontrolliert mittels CT oder MRT, ob der Tumor wächst oder unverändert bleibt.
Ruft der Tumor hingegen Beschwerden hervor, erfolgt die Behandlung in den meisten Fällen chirurgisch, häufig durch eine offene Operation. Bei einem besonders gefäßreichen Tumor kann eine präoperative Embolisation sinnvoll sein. Dabei werden die Blutgefäße verschlossen, um das Risiko größerer Blutverluste während des chirurgischen Eingriffs zu mindern.
Lassen sich Meningeome nicht komplett entfernen, folgt im Anschluss eine Strahlentherapie. Dabei kommt hochdosierte ionisierende Strahlung zum Einsatz. Sie soll das Erbmaterial des Tumors schädigen und ihn so am Wachstum hindern.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist das Gamma-Knife: Dieses radiochirurgische Strahlentherapiegerät bündelt Strahlen in einem einzigen Punkt und zerstört den Krankheitsherd.
Die Prognose des Hirntumors hängt vor allem vom Schweregrad der Erkrankung ab. Die Einteilung erfolgt nach dem WHO-Grad in I, II oder III.
Die meisten Meningeome gehören zum WHO-Grad I. Sie wachsen in der Regel langsam und lassen sich in einer Operation meist komplett entfernen, wodurch die Aussichten sehr gut sind.
Rund zehn Prozent aller Meningeome entsprechen dem WHO-Grad II. Sie können schneller wachsen als Tumoren vom Grad I und wachsen nach einer erfolgreichen Operation häufiger wieder nach.
Meningeome vom WHO-Grad III werden als bösartig eingestuft. Sie können im Gegensatz zu den Tumoren vom Grad I und II auch in andere Organe metastasieren. Die Chancen auf Heilung sind hier gering und die Prognose dementsprechend schlecht.
Insgesamt betrachtet liegt die 5-Jahres-Überlebensrate des Meningeoms bei mehr als 90 Prozent. Das bedeutet, dass 90 Prozent der Patientinnen und Patienten fünf Jahre nach der Stellung der Diagnose noch lebt.
1. Was ist ein Meningeom?
Meningeome sind ein meist gutartiger Hirnhauttumor, der aus den Zellen der Hirnhäute – genauer aus der Arachnoidea – entsteht. Er wächst langsam und verdrängend, bösartige Formen sind selten. Am häufigsten tritt er zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, Frauen sind öfter betroffen als Männer.
2. Welche Symptome verursacht ein Hirnhauttumor?
Die Beschwerden hängen stark von der Lage des Tumors ab. Häufige Anzeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Krampfanfälle, Sehstörungen oder Lähmungen. Da der Tumor sehr langsam wächst, bleiben Meningeome oft lange unbemerkt und werden zufällig entdeckt.
3. Wie wird ein Meningeom diagnostiziert?
Zur Diagnose werden vor allem bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie oder CT eingesetzt. In manchen Fällen erfolgt eine ergänzende Gewebeuntersuchung, um die genaue Art und Aggressivität des Hirnhauttumors zu bestimmen.
4. Wie sieht die Behandlung und Prognose aus?
Kleine, beschwerdefreie Tumoren werden zunächst regelmäßig kontrolliert. Verursacht das Meningeom Symptome, erfolgt meist eine operative Entfernung. Falls eine vollständige Entfernung nicht möglich ist, wird eine Strahlentherapie eingesetzt. Die Vorhersage ist bei gutartigen Hirnhauttumoren sehr günstig, die 5-Jahres-Überlebensrate liegt über 90 %.