Scheidenkrebs ist eine seltene, aber ernstzunehmende gynäkologische Erkrankung, die meist als Vaginalkarzinom auftritt. Der bösartige Tumor entwickelt sich in der Scheide und betrifft vor allem ältere Patientinnen. Häufig bleiben erste Symptome wie Blutung, Ausfluss oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr lange unbemerkt. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da Scheidenkrebs oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt wird. Die Behandlung richtet sich nach Stadium, Ausbreitung und Allgemeinzustand der Patientin. Moderne gynäkologische Diagnostik verbessert heute Prognose und Therapie deutlich.
Kurzübersicht:
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Formen von Scheidenkrebs
Es gibt drei Formen des Vaginalkarzinoms, die vom jeweils betroffenen Zelltyp abhängig sind:
- das Plattenepithelkarzinom,
- das Agenokarzinom und
- das Rhabdomyosarkom (tritt vor allem im Kindesalter auf).
Das Plattenepithelkarzinom tritt mit etwa 95 % der bösartigen Tumore am häufigsten auf. Die Tumore entstehen in der obersten Zellschicht der Vaginalhaut. Außerdem unterscheidet man zwischen primärem und sekundärem Scheidenkrebs.
Ein primärer Scheidenkrebs liegt vor, wenn sich der Krebs direkt aus Zellen der Scheide bildet. Vielfach entstehen bösartige Tumore der Scheide aber sekundär. Das bedeutet, dass der Tumor in anderen Organen entstanden und dann von dort in die Scheide metastasiert ist.
Vor allem Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und Tumore an den Schamlippen streuen oft in die Scheide. Ein Vaginalkarzinom hängt zu etwa 30 % der Fälle mit Gebärmutterhalskrebs zusammen. Wird ein Scheidenkrebs frühzeitig erkannt, bestehen gute Aussichten auf eine vollständige Heilung.

Häufig entsteht Scheidenkrebs aus Gebärmutterhalskrebs, der sich auf die Scheide ausbreitet © bilderzwerg | AdobeStock
Symptome von Scheidenkrebs
Leider treten die Symptome bei Scheidenkrebs, wie auch bei vielen anderen Krebsarten, erst relativ spät auf. Erste Symptome können Blutungen aus der Scheide sein, die vor allem nach dem Geschlechtsverkehr auftreten. Auch blutiger Ausfluss kann auf ein Vaginalkarzinom hindeuten.
Hat sich der Tumor schon stärker ausgedehnt, treten Schmerzen im Unterleib auf. Auch Störungen der Darmfunktion oder der Harnblase können zu den Symptomen gehören.
Die Diagnose von Scheidenkrebs
Scheidenkrebs wird meist zufällig bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt entdeckt. Oft haben die betroffenen Frauen zum Zeitpunkt der Diagnose noch gar keine Beschwerden.
Während der Untersuchung entnimmt der Arzt im Rahmen eines Zellabstrichs (Pap-Test) einzelne Zellen aus der Schleimhaut. Diese Zellen werden danach mikroskopisch untersucht. Zeigen die Zellen eine auffällige Veränderung, wird die Diagnose mit einer Gewebeprobe (Biopsie) unterstützt.
Außerdem kann der Arzt mithilfe eines Kolposkops (ein spezielles Mikroskop) die Schleimhaut genauer untersuchen.
Ist der Verdacht auf Scheidenkrebs gegeben, muss der Arzt beurteilen, wie weit der Tumor bereits fortgeschritten ist. Diese Beurteilung ist wichtig, weil durch das genaue Stadium des Tumors die Behandlungsoptionen festgelegt werden.
Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren kann der Arzt einen Blick auf die benachbarten Organe werfen. So kann er erkennen, ob der Tumor bereits andere Körperteile angegriffen hat und eine Metastasierung vorliegt. Hilfreiche bildgebende Untersuchungen sind etwa:
- Sonographie (Ultraschall) der Beckenorgane, der Scheide und der Leber,
- Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) der Beckenorgane,
- Ganzkörper-CT zur Beurteilung der Lymphknoten, der Lunge und der Leber.
In den meisten Fällen erfolgt auch eine Enddarmspiegelung (Rektoskopie) und eine Spiegelung der Harnwege (Urethrozystoskopie).
Therapie eines Vaginalkarzinoms
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium des Tumors und erfolgt in der Regel durch einen Spezialisten für Gynäkologische Onkologie. Im Frühstadium wählt das medizinische Team meist andere Behandlungformen als in fortgeschritteneren Stadien.
Der Tumor kann operativ entfernt werden, aber es kann auch nur eine Bestrahlung erfolgen. In einigen Fällen ist es sinnvoll, das Vaginalkarzinom operativ zu entfernen und zusätzlich zu bestrahlen. Die Chemotherapie spielt bei einem Vaginalkarzinom eine eher untergeordnete Rolle.
Wie verläuft eine Operation?
Wie umfangreich eine Operation sein muss, hängt von der Größe des Tumors ab. Wird ein kleiner Tumor schon frühzeitig entdeckt, kann er vollständig entfernt werden und die Scheide bleibt erhalten.
Bei einem sehr ausgedehnten Scheidenkarzinom muss unter Umständen die Scheide vollständig entfernt werden.
In seltenen Einzelfällen ist ein Teil des Darms oder der Harnblase zu entfernen. Auch regionale Lymphknoten können betroffen sein und müssen dann ebenfalls operiert werden.
Wie funktioniert eine Strahlentherapie?
Das Ziel einer Strahlentherapie ist es, bösartig veränderte Zellen mithilfe radioaktiver Strahlung abzutöten. Es gibt dabei zwei unterschiedliche Methoden, wie die Ärzte die Strahlen auf das betroffene Gebiet lenken.
- Die perkutane Bestrahlung durch die Haut: Hierbei werden spezielle Beschleuniger eingesetzt, um die Strahlen von außen auf die erkrankte Körperregion zu richten.
- Das Afterloading im Rahmen einer Brachytherapie: Hier wird die Strahlungsquelle in den Körper direkt an den Tumor gebracht. So schädigt die Strahlung fast ausschließlich die entarteten Krebszellen. Gesundes Gewebe wird weitgehend geschont.
Wie ist der Verlauf bei Scheidenkrebs?
Scheidenkrebs kann im Verlauf der Erkrankung zu Komplikationen führen. Eine Komplikation ist zum Beispiel, dass sich der Krebs auf Nachbarorgane ausdehnt. Vor allem folgende Organe können betroffen sein:
- die äußeren Geschlechtsorgane (Vulva),
- der Gebärmutterhals (Zervix),
- der Enddarm (Rektum),
- die Harnblase.
Ein Vaginalkarzinom breitet sich in manchen Fällen auch über die Lymphwege aus und es bilden sich Tochtergeschwülste (Metastasen). Meistens sind die Beckenlymphknoten von Metastasen betroffen. In Organen wie Lunge, Leber oder den Knochen findet man sie eher selten.
Vergrößert sich der Krebs im Becken, können andere Organe davon eingeengt werden. Drückt Scheidenkrebs auf die Harnleiter, fließt der Urin nur schlecht ab. Er kann sich dann bis in die Nieren stauen und sie dadurch schädigen.
Die Prognose bei Scheidenkrebs hängt vom Erkrankungsstadium ab. Wird ein Vaginalkarzinom frühzeitig festgestellt, sieht die Prognose sehr gut aus. Eine vollständige Heilung ist dann auf jeden Fall möglich.
Da aber ein Vaginalkarzinom im Anfangsstadium keine deutlichen Symptome zeigt, wird die Erkrankung oft erst relativ spät entdeckt. Unter anderem deshalb sind regelmäßige Kontrollen zur Krebsvorsorge durch einen Frauenarzt enorm wichtig.
Sollte ein Verdacht auf Scheidenkrebs aufkommen, ist der sofortige Besuch beim Facharzt unerlässlich.
Ist eine Nachsorge notwendig?
Wurde ein bösartiger Tumor in der Scheide erfolgreich behandelt, muss eine regelmäßige Nachsorge erfolgen. In den ersten drei Folgejahren findet die Nachsorge alle drei Monate statt. Danach in den nächsten zwei Jahren halbjährlich und nach fünf Jahren reicht es, die Nachsorge einmal jährlich durchführen zu lassen.
Der Gynäkologe befragt die Patientin dabei ausführlich, ob Beschwerden bestehen. Auch Auffälligkeiten, die nicht mit dem Vaginalkrebs in Zusammenhang stehen, sollten erörtert werden. Bei der Untersuchung tastet der Arzt die Scheide ab und untersucht sie per Ultraschall und mit Hilfe eines Kolposkops. Er entnimmt einen Abstrich der Zellen aus der Scheide, die dann in einem Labor untersucht werden. Damit kann genau erkannt werden, ob wieder Zellen bösartig entartet sind.
Sollten zwischen den Nachsorgeterminen verdächtige Symptome auftreten, warten Sie bitte nicht den nächsten Nachsorgetermin ab. Suchen Sie sofort Ihren behandelnden Gynäkologen auf.
Fazit
Scheidenkrebs ist eine seltene gynäkologische Krebserkrankung, bei der die Risikofaktoren für Scheidenkrebs sowie die Ursachen und Risikofaktoren individuell unterschiedlich ausgeprägt sein können. Die Diagnose von Scheidenkrebs erfolgt meist durch eine gynäkologische Untersuchung, insbesondere wenn ein Verdacht auf Scheidenkrebs besteht. Ein erhöhtes Risiko für Scheidenkrebs kann durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren entstehen, da eine Infektion mit humanen Papillomaviren als Hauptursache gilt.
Typische Symptome sind Anzeichen wie Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, wobei auch harmlose Ursachen ausgeschlossen werden müssen. Wird Scheidenkrebs nicht behandelt, kann sich der Tumor auf umliegendes Gewebe ausbreiten, da weit sich der Tumor mit zunehmendem Fortschreiten. Die Entstehung von Scheidenkrebs hängt davon ab, wie Scheidenkrebs entsteht und welche Ursachen von Scheidenkrebs vorliegen, wobei Scheidenkrebs begünstigen kann, wenn Risikofaktoren lange bestehen.
Beim Vaginalkarzinom unterscheidet man verschiedene Arten von Scheidenkrebs, darunter auch primärer Scheidenkrebs, der Scheidenkrebs erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium, da Scheidenkrebs richtet sich nach dem Stadium und häufig eine operative Entfernung des Tumors notwendig ist. In fortgeschrittenen Fällen können bösartige Tumore angrenzende Organe betreffen, weshalb zusätzlich eine Spiegelung der Harnwege erfolgen kann. Insgesamt zeigt sich, dass Scheidenkrebs hängt stark von einer frühen Erkennung ab, weshalb Vorbeugung von Scheidenkrebs und regelmäßige Kontrollen eine zentrale Rolle spielen.
FAQ
Was ist Scheidenkrebs?
Scheidenkrebs ist eine seltene gynäkologische Krebserkrankung, bei der sich ein bösartiger Tumor in der Scheide entwickelt. Medizinisch wird er als Vaginalkarzinom bezeichnet.
Welche Symptome treten bei Scheidenkrebs auf?
Häufige Symptome sind Blutung außerhalb der Menopause, Ausfluss, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Beschwerden im Bereich der Scheide. In frühen Stadien kann Scheidenkrebs jedoch symptomlos bleiben.
Wie wird Scheidenkrebs diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch gynäkologische Untersuchung, Biopsie, Gewebeprobe sowie bildgebende Verfahren wie MRT. Auch Lymphknoten und umliegende Organe werden untersucht.
Wie wird Scheidenkrebs behandelt?
Die Behandlung von Scheidenkrebs richtet sich nach dem Stadium des Tumors. Zum Einsatz kommen Strahlentherapie, operative Entfernung des Tumors und in fortgeschrittenen Stadien Chemotherapie.
Wie ist die Prognose bei Scheidenkrebs?
Die Prognose hängt stark vom Stadium, der Ausbreitung und dem Zeitpunkt der Diagnose ab. Wird Scheidenkrebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen deutlich besser.