Das Magengeschwür wird auch Ulcus ventriculi genannt. Es ist eine relativ häufig vorkommende Erkrankung des Verdauungstraktes. Sie tritt lokal an der Magenwand auf. Bei einem Magengeschwür sind die Magenschleimhaut und die tiefer gelegenen Magenwandschichten entzündet.
Die sogenannte kleine Kurvatur, also die kleine Innenkrümmung des Magens, ist am häufigsten von einem Magengeschwür betroffen. Aber auch an anderen des Stellen des Magens kann ein Magengeschwür auftreten.
An einem Magengeschwür erkranken jedes Jahr etwa 50 Menschen pro 100.000 Einwohner. Das Magengeschwür gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstraktes.
Insgesamt erleiden etwa 10 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben ein Magengeschwür.
Betroffen sind vor allem Menschen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Die Lage des Magens im menschlichen Körper © peterschreiber.media | AdobeStock
Einem Magengeschwür liegt stets ein gestörtes Gleichgewicht zwischen
- aggressiven Einflüssen, die die Magenschleimhaut schädigen (z.B. Magensäure, Gallensäure), und
- Faktoren, die die Magenschleimhaut schützen (z.B. ausreichende Durchblutung, Schleimproduktion),
zugrunde. Ein solches Ungleichgewicht kann verschiedene äußere oder körpereigene Ursachen haben.
Äußere (exogene) Faktoren zur Begünstigung des Ungleichgewichtes sind vor allem
- das Bakterium Helicobacter pylori,
- die übermäßige Einnahme von Medikamenten wie Asprin, NSAR oder Kortison,
- der übermäßige Konsum von Nikotin und Alkohol sowie
- psychische Faktoren wie Stress und Depressionen.
Zu den körpereigenen (endogenen) Faktoren gehören
- eine erhöhte Produktion von Magensäure sowie
- Störungen der Magenbewegungen.
Erste Anzeichen für ein Magengeschwür sind häufig ein Druckgefühl und Schmerzen in der Mitte des Oberbauchs. Diese Schmerzen können in Richtung
- Rücken,
- Brustbein oder
- Unterbauch
ausstrahlen können.
Diese Schmerzen können durch die Nahrungsaufnahme entweder verstärkt oder aber gelindert werden.
Zusätzlich klagen Betroffene oft über
- eine Unverträglichkeit mancher Speisen sowie über
- sogenannte Nüchternschmerzen, also Schmerzen bei leerem Magen, die vor allem nachts auftreten.
Darüber hinaus zählen
- Übelkeit,
- Erbrechen,
- mangelnder Appetit,
- Sodbrennen und
- Gewichtsverlust
zu den möglichen Symptomen eines Magengeschwürs. Bei vielen Menschen verläuft ein Magengeschwür aber auch beschwerdefrei und bleibt deshalb lange unbemerkt.
Zur Diagnosestellung wird der Arzt den Betroffenen zunächst im Rahmen eines Anamnesegesprächs zu seinen Beschwerden befragen. In der anschließenden körperlichen Untersuchung tastet der Arzt anschließend den Oberbauch des Betroffenen ab. Ist dieses Abtasten des Oberbauchs für den Betroffenen schmerzhaft, kann dies bereits ein Hinweis auf ein Magengeschwür sein.
Weitere diagnostische Methoden, die daraufhin zum Einsatz kommen können, sind
Eine sichere Diagnose kann bei einem Magengeschwür allerdings nur mithilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) gestellt werden. Dabei werden Gewebeproben der betroffenen Stelle im Magen entnommen. Im Labor werden sie danach feingeweblich untersucht.

Ein durch das Bakterium Helicobacter pylori verursachtes Magengeschwür © crevis | AdobeStock
Zur Behandlung eines Magengeschwürs stehen verschiedene Therapieformen zur Verfügung. Sie kommen , je nach Schwere und Ursache der Erkrankung zum Einsatz.
In der Regel erhält der Patient zunächst Medikamente zur Hemmung der Säureproduktion.
Erfolgt dadurch keine Heilung oder treten Komplikationen auf, ist ein operativer Eingriff notwendig. Komplikationen können Magenblutungen oder ein Durchbruch des Magengeschwürs durch die Magenwand sein.
Verschiedene Reizfaktoren können die Magenschleimhaut reizen und schädigen und die Entstehung eines Magengeschwürs begünstigen. Diese Faktoren sollten während und nach der Behandlung gemieden werden. Dazu gehören beispielsweise
- Nikotin,
- Alkohol,
- Kaffee,
- scharfe, fettige und gebratene Speisen sowie
- bestimmte Schmerzmittel wie etwa Aspirin.
Medikamentöse Behandlung eines Magengeschwürs
Die medikamentöse Behandlung eines Magengeschwürs besteht in der Regel in der Gabe verschiedener säurehemmender Medikamente. Diese Säureblocker sollen die Magensäureproduktion hemmen und auf diese Weise
- die Schmerzen lindern und
- zur Erholung der Magenschleimhaut beitragen.
Medikamente, die hier zur Verfügung stehen, sind unter anderem
- Protonpumpenhemmer (z.B. Omeprazol, Pantoprazol) oder
- H2-Rezeptorenblocker (z.B. Cimetidin, Rantidin).
Ist das Bakterium Helcobacter pylori die Ursache für das Magengeschwür, kommen Antibiotika zum Einsatz, die die Bakterien abtöten sollen.
Operative Behandlung eines Magengeschwürs
Die medikamentöse Behandlung mit Säureblockern führt in 90 Prozent der Fälle zur Heilung des Magengeschwürs. Wenn ein Magengeschwür jedoch trotz Medikamenten nach mehreren Monaten nicht abheilt oder Komplikation auftreten, sollte es operiert werden.
Hierbei stehen mit der Operation nach Billroth (Billroth-Methode) und der selektiven proximalen Vagotomie zwei verschiedene Operationsmethoden zur Auswahl:
- Bei der Operation nach Billroth entfernt der Chirurg zwei Drittel des Magens.
- Bei der selektiven proximalen Vagotomie durchtrennt der Chirurg den Nervus vagus. Dieser stimuliert normalerweise die säurebildenden Zellen im Magen stimuliert.
Die Prognose bei einem Magengeschwür ist in der Regel gut. Bei etwa 40 Prozent der Betroffenen heilt das Magengeschwür ohne Behandlung von selbst ab. Die Heilungsrate bei Betroffenen, die sich einer medikamentösen Therapie unterziehen, liegt bei 90 Prozent.
Allerdings bilden sich bei Menschen, die schonmal ein Magengeschwür hatten, häufig Rezidive. Das Geschwür tritt also oft erneut auf. Begünstigende Faktoren dafür sind dabei vor allem
- ein höheres Alter,
- das männliche Geschlecht sowie
- die Einnahme bestimmter Schmerzmittel (z.B. Aspirin).
Was sind typische Symptome eines Magengeschwürs?
Typische Symptome eines Magengeschwürs sind Schmerzen im Oberbauch, die häufig nach dem Essen auftreten. Weitere mögliche Anzeichen sind Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit oder ein Druckgefühl im Magen. In manchen Fällen bleibt ein Magengeschwür lange ohne deutliches Symptom und wird erst durch eine Komplikation wie eine Blutung entdeckt.
Was sind die Ursachen für ein Magengeschwür?
Zu den häufigsten Ursachen für die Entstehung zählen eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori sowie die Einnahme bestimmter Medikamente wie NSAR, Ibuprofen oder Diclofenac. Auch ungesunde Ernährung und Lebensgewohnheiten können ein chronisches Magengeschwür begünstigen. Weitere Ursachen sind eine ausgeprägte Magenschleimhautentzündung oder eine chronische Gastritis.
Wie wird ein Magengeschwür diagnostiziert?
Die sichere Magengeschwür – Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Magenspiegelung oder Gastroskopie. Dabei kann eine Gewebeprobe entnommen werden, um das Vorliegen eines Magenulkus oder sogar eines Magenkrebs auszuschließen. Der Nachweis des Bakteriums Helicobacter pylori spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
Wie wird ein Magengeschwür behandelt?
Die Behandlung eines Magengeschwürs richtet sich nach der Ursache. Bei einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori erfolgt eine Therapie mit Antibiotikum und sogenannten Protonenpumpenhemmer, die die Magensäure hemmen. Bei Komplikationen wie starker Blutung oder Durchbruch kann eine operative oder chirurgische Behandlung notwendig sein.
Kann man einem Magengeschwür vorbeugen?
Ein Magengeschwür vorbeugen ist möglich, indem man riskante Faktoren reduziert. Dazu gehört der verantwortungsvolle Umgang mit Schmerzmittel, insbesondere NSAR, sowie die frühzeitige Behandlung einer Magenschleimhautentzündung. Eine gesunde Lebensweise und das Vermeiden unnötiger Einnahme von Medikament können das Risiko für ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür deutlich senken.