Der Bruch des Sprunggelenkes oder der so genannte Sprunggelenksverrenkungsbruch ist einer der häufigsten Brüche. Ursache der Sprunggelenksfraktur ist oft das Umknicken oder Verdrehen des Fußes bei feststehendem Körper.
Weitere Informationen zum Sprunggelenkbruch und zu seiner Behandlung erhalten Sie im Text weiter unten. Außerdem finden Sie hier ausgewählte Experten für die Behandlung einer Sprunggelenksfraktur.
Kurzübersicht:
Eine Sprunggelenksfraktur ist ein häufiger Bruch des Innen- oder Außenknöchels am Fuß, der meist durch ein Umknicken oder Verdrehen entsteht, wenn der Körper der Bewegung nicht folgt. Typische Symptome sind eine deutliche Fehlstellung des Gelenks sowie Schwellungen über dem Innen- oder Außenknöchel. Die Diagnose erfolgt in der Regel anhand der sichtbaren Symptome und wird durch ein Röntgenbild bestätigt. Bei instabilen Brüchen ist eine operative Behandlung notwendig, bei der meist eine Platte am Außenknöchel eingesetzt und gegebenenfalls zusätzlich verschraubt wird. In der Nachbehandlung darf der Fuß vier bis sechs Wochen nicht vollständig belastet werden; Schrauben und Platten werden oft später entfernt. Die Prognose ist in der Regel sehr gut – vorausgesetzt, der Knorpel im Sprunggelenk bleibt unversehrt.
Artikelübersicht
- Definition und Ursachen der Fraktur
- Symptome und Diagnose einer Sprunggelenksfraktur
- Formen, operative und konservative Behandlung
- Wann und wie darf das Sprunggelenk nach der Operation wieder belastet werden?
- Nachsorge nach einer Operation der Fraktur
- Medikamente nach einer Sprunggelenksfraktur-Operation
- Heilungsaussichten nach einer Sprunggelenksfraktur
- FAQ
Definition und Ursachen der Fraktur
Das Sprunggelenk trägt beim Gehen die Last des ganzen Körpers. Es setzt sich aus dem Innen- und Außenknöchel sowie dem so genannten Volkmann'schen Dreieck zusammen.
Neben dieser knöchernen Führung sind auch verschiedene Bänder, vor allem das vordere und hintere Syndesmosenband, wichtig für die Stabilität des Sprunggelenks. Bei einem Riss dieser Bänder ist das Sprunggelenk nicht mehr stabil und kann schnell verschleißen.
Der Bruch des Sprunggelenkes oder der so genannte Sprunggelenksverrenkungsbruch ist einer der häufigsten Brüche. Ursache ist oft das Umknicken oder Verdrehen des Fußes bei feststehendem Körper. Je nachdem kommt es zu unterschiedlichen Sprunggelenkbrüchen.
Ärzte unterteilen Sprunggelenksfrakturen häufig nach der Weber-Klassifikation in die Typen Weber A, B und C. Diese Einteilung richtet sich nach der Höhe der Fraktur im Verhältnis zur Syndesmose, also der Bandverbindung zwischen Schienbein und Wadenbein. Liegt der Bruch unterhalb der Syndesmose, spricht man von einem Weber-A-Typ; auf Höhe der Syndesmose von Weber B und oberhalb der Syndesmose von Weber C. Diese Klassifikation hilft, die Instabilität des Sprunggelenks und die Notwendigkeit einer operativen Versorgung besser einzuschätzen.

Die Knochen und Bänder des Sprunggelenks © bilderzwerg / Fotolia
Symptome und Diagnose einer Sprunggelenksfraktur
Die Diagnose eines Sprunggelenksverrenkungsbruches kann oft bei der Untersuchung gestellt werden. In der Regel wird der betroffene Fuß anschließend geröntgt, um das genaue Ausmaß der Fraktur zu beurteilen und eventuelle Verschiebungen der Knochen zu erkennen. Bei unklaren Befunden oder dem Verdacht auf zusätzliche Bandverletzungen im Bereich der Syndesmose kann ergänzend eine MRT -Untersuchung (Magnetresonanztomografie) durchgeführt werden. Diese liefert detaillierte Bilder von Bändern, Knorpel und Weichteilen und hilft dem Arzt, den optimalen Therapieplan festzulegen.
Bei einer schweren Sprunggelenksfraktur kommt es zu einer grotesken Fehlstellung des Sprunggelenkes. Leichtere Formen gehen mit einer Schwellung nur des Außenknöchels oder nur des Innenknöchels einher.
Bei einer offenen Fraktur des Sprunggelenkes handelt es sich um einen Notfall, bei dem eine sofortige operative Versorgung erfolgen muss.

Bei leichteren Sprunggelenksfrakturen kommt es zu einer Schwellung am Knöchel © Leo / Fotolia
Formen, operative und konservative Behandlung
Bei der Einteilung der Sprunggelenksfrakturen differenzieren die Ärzte, ob es sich um eine offene oder geschlossene Fraktur handelt. Auch die Höhe des Bruchs am Außenknöchel ordnet eine Sprunggelenksfraktur näher ein.
- Typ A: Das Wadenbein ist unterhalb des Gelenks gebrochen.
- Typ B: Das Wadenbein ist knapp oberhalb des Sprunggelenks gebrochen. Eine OP ist in Abhängigkeit von den Begleitverletzungen notwendig.
- Typ C: Das Wadenbein ist oberhalb des Sprunggelenks gebrochen. Meistens ist eine Operation notwendig.
Des Weiteren gibt es noch einige Sonderformen.
Die Behandlung einer Sprunggelenksfraktur ist von der Art des Bruchs abhängig.
Die Behandlung besteht in der Regel in einer operativen Behandlung bei den stärker verschobenen Frakturen. Typischerweise wird am Außenknöchel eine Platte eingesetzt, die über einen ca. 5 bis 10 cm langen Hautschnitt eingebracht wird. Neben der Platte werden dann 5 bis 6 Schrauben eingesetzt.
Bei einer Weber-C-Fraktur kommt in vielen Fällen eine so genannte Syndesmosenschraube hinzu. Diese Knochenschraube stabilisert das Gelenk zwischen Schien- und Wadenbein (Tibia und Fibula). Die chirurgische Therapie dient in erster Linie dazu, das Sprunggelenk anatomisch korrekt zu stabilisieren und die Beweglichkeit langfristig zu erhalten. Neben der Plattenosteosynthese kommen dabei häufig Schrauben und Platten zum Einsatz, um die Sprunggelenksgabel und die Verbindung zwischen Tibia und Fibula zu fixieren. In bestimmten Fällen wird eine Stellschraube eingesetzt, um die Syndesmose zu stabilisieren und eine spätere Instabilität zu vermeiden.
Bei zusätzlich gebrochenem verschobenen Innenknöchel wäre eine Verschraubung des Innenknöchels ebenfalls sinnvoll. Die Behandlung erfolgt in der Regel stationär.
Wann und wie darf das Sprunggelenk nach der Operation wieder belastet werden?
Nach Besserung der Weichteile und Abschwellen wird dann eine Mobilisierung durchgeführt.
Bei einem stabilen Bruch beginnt ab dem 1. oder 2. Tag nach der OP eine Belastung, wenn keine Schmerzen auftreten. Der Patient muss dabei Unterarm-Gehstützen nutzen.
Bei einem instabilen Bruch darf der Patient das Gelenk häufig nur teilbelasten. Je nach Knochenqualität kann zusätzlich ein Unterschenkelgips oder eine Orthese (abnehmbarer Gips) angebracht werden.
Bei Brüchen des Sprunggelenkes mit Beteiligung des Innen- und Außenknöchels wird in der Regel nur eine Teilbelastung gestattet.
Nachsorge nach einer Operation der Fraktur
Die Nachsorge besteht in einer Mobilisierung und Belastung im schmerzfreien Bereich. Das ist üblicherweise entweder Vollbelastung oder eine 15 kg-Teilbelastung nach der Entlassung. Nach einer chirurgischen Behandlung erfolgt zunächst die Ruhigstellung des Sprunggelenks, meist mithilfe eines Gipses oder einer Orthese. Je nach Heilungsverlauf wird anschließend eine konservative Therapie mit Physiotherapie eingeleitet, um die Beweglichkeit und Belastbarkeit des Gelenks wiederherzustellen. In den ersten 4 bis 6 Wochen ist eine Teilbelastung des Fußes vorgesehen, bevor zur Vollbelastung übergegangen wird.

Eine Orthese stabilisiert das Sprunggelenk auch während einer Belastung © sunnychicka / Fotolia
Unter der relativ dünnen Haut und Fettgewebsschicht am Sprunggelenk fallen die Metallteile meistens stark auf. Daher ist oft eine Metallentfernung notwendig. Ohne Beschwerden können die Metallteile auch im Knochen verbleiben.
Mit sportlichen Aktivitäten können Sie typischerweise nach drei bis sechs Monaten beginnen. Die Heilungszeit einer Sprunggelenksfraktur hängt stark von der Art der Verletzung und der gewählten Behandlung ab. Während eine konservative Therapie meist bei stabilen Frakturen ausreicht, erfordert eine instabile oder bimallleoläre Sprunggelenksfraktur in der Regel eine OP. Nach vollständiger Heilung kann das Sprunggelenk in den meisten Fällen wieder uneingeschränkt belastet werden. Bleibt jedoch eine Bewegungseinschränkung oder Arthrose zurück, ist eine orthopädische Nachbetreuung empfehlenswert.
Medikamente nach einer Sprunggelenksfraktur-Operation
Meistens wird neben dem Hochlagern und der Gipsschiene, auch so lange die Schiene getragen wird, eine Thrombose-Prophylaxe durchgeführt. Hierzu gibt es entsprechende Fertigspritzen, die sich der Patient einmal am Tag selbst geben kann.
Heilungsaussichten nach einer Sprunggelenksfraktur
In Abhängigkeit von der Schwere der Bruchform und den Begleitverletzungen sind die Heilungsaussichten gut. Wenn beim Erstunfall Schäden am Knorpel aufgetreten sind, verschlechtern sich die Heilungsaussichten.
Je schwerer die Bruchform, d.h. je eher es sich um eine offene Fraktur handelt oder je höher der Bruch des Wadenbeines ist, desto schlechter ist die Prognose.
Eine Sprunggelenksfraktur kann auch die Membrana interossea, also die bindegewebige Verbindung zwischen Tibia und Fibula betreffen. Diese Strukturen sind entscheidend für die Funktion des Sprunggelenks. Um langfristige Komplikationen zu vermeiden, sollte jede Fraktur von erfahrenen Experten für Unfallmedizin oder Orthopädie beurteilt und individuell behandelt werden.
FAQ
1. Was ist eine Sprunggelenksfraktur und wie entsteht sie?
Eine Sprunggelenksfraktur betrifft den Innen- oder Außenknöchel, der oft durch ein Umknicken oder Verdrehen des Fußes entsteht. Dabei kann das Sprunggelenk wackelig werden, insbesondere wenn die Syndesmose, also die Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein, verletzt ist. Je nach Höhe der Verletzung erfolgt die Einteilung nach Weber in die Typen A, B oder C.
2. Wie wird eine Sprunggelenksfraktur diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt zunächst durch eine körperliche Untersuchung und wird anschließend durch ein Röntgenbild bestätigt. In unklaren Fällen oder bei Verdacht auf Band- oder Knorpelverletzungen kann zusätzlich eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomografie) durchgeführt werden. Sie zeigt detailliert, ob Bänder, Knorpel oder die Syndesmose betroffen sind.
3. Wie wird eine Sprunggelenksfraktur behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Art und Schwere der Fraktur. Bei stabilen Frakturen genügt meist eine konservative Therapie mit Ruhigstellung im Gips oder einer Orthese. Instabile oder verschobene Frakturen werden chirurgisch versorgt, meist mit Schrauben und Platten, um den Knöchel zu festigen. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Syndesmosenschraube eingesetzt, um die Verbindung zwischen Schienbein und Wadenbein zu sichern.
4. Wie lange dauert die Heilung nach einer Sprunggelenksfraktur?
Die Heilungszeit beträgt in der Regel vier bis sechs Wochen bis zur Vollbelastung, abhängig von der Stabilität und dem Heilungsverlauf. Nach einer Operation beginnt die Physiotherapie meist frühzeitig, um die Beweglichkeit wiederherzustellen. Sportliche Aktivitäten sind in der Regel nach drei bis sechs Monaten wieder möglich.
5. Welche Spezialisten behandeln eine Sprunggelenksfraktur?
Die Behandlung erfolgt durch Fachärzte für Unfallmedizin oder orthopädische Medizin, die auf die chirurgische und konservative Versorgung von Sprunggelenksverletzungen spezialisiert sind. In komplexen Fällen – etwa eine bimalleoläre Fraktur oder Verletzungen der Membrana interossea – ist eine chirurgische Therapie durch erfahrene Experten besonders wichtig, um die Funktion des Sprunggelenks langfristig zu erhalten.